Kochen unter der Motorhaube

10 Tipps rund um das Kochen auf dem Motor und unter der Motorhaube. Mit Rezepten für Truthahn und Lachs frisch aus dem Motorraum Ihres Autos.

05.10.2017

Kochen unter der Motorhaube

Die Themen Kochen und Ernährung bekommen einen immer größeren Stellenwert in unserer modernen Gesellschaft. Molekularküche, vegane Küche und Sous-vide-Verfahren liegen im Trend. Allerdings fehlt besonders berufstätigen Workaholics oft die Zeit, um nach dem langen und anstrengenden Tag am Arbeitsplatz noch ein aufwändiges Abendessen zu zaubern.

Ein Kochtrend, der sich in den USA bereits seit Jahren großer Beliebtheit erfreut, ist das Kochen auf dem Automotor. Der Vorteil für Workaholics: Hier lässt sich das Abendessen ohne großen Aufwand direkt auf dem Nachhauseweg zubereiten. Ob das wirklich funktioniert und was Sie beim Kochen auf dem Motorblock beachten müssen, erfahren Sie hier:

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1. Zum Start der kulinarischen Spritztour

Autoinnenraum mit Lenkrad und Armaturenbrett

Sie sollten wissen: Das Kochen unter der Motorhaube ist nichts für den spontanen Appetit. Eine gewisse Vorbereitungszeit ist nötig, um am Ende ein leckeres Ergebnis auf den Tisch zu bekommen. Zunächst sollten Sie vor der Fahrt entscheiden, worauf Sie Hunger haben und wie lange Sie mit dem Auto unterwegs sein werden. Sollten Sie ein Gericht auf dem Weg von der Arbeitsstelle nach Hause kochen wollen, empfiehlt es sich natürlich, morgens sämtliche Zutaten einzupacken und diese am Arbeitsplatz zu lagern.

2. Es folgt der Feinschnitt

Hände schneiden Gemüse auf Schneidebrett

Für das Kochen auf dem Automotor eignen sich vor allem Gerichte, die Sie sonst auch in einem Backofen zubereiten würden. Bereiten Sie vor der Fahrt alles vor und schneiden Sie beispielsweise etwas Gemüse. Die Vorbereitung ist bei dieser Zubereitungsart besonders wichtig, da sich während des Garprozesses nur schwer weitere Zutaten zu dem Gericht hinzufügen lassen. Neben einem Fahrzeug mit funktionierendem Motor benötigen Sie noch Aluminiumfolie, Öl oder Butter und eine Grillzange. Um das Essen später genießen zu können, sollten Sie zudem einen Teller und Besteck dabei haben.

3. Gourmet statt Konserve, dank Alufolie

ausgerollte Alufolie auf Holzuntergrund

Wer beim Kochen auf dem Automotor daran denkt, einfach nur eine Dose Ravioli auf den Motorblock zu stellen, ist ein echter Banause. Stattdessen sollten Sie die Lebensmittel in einige Schichten Alufolie eindrehen, um sie vor Abgasen und Dreck zu schützen. Verwenden Sie lieber etwas mehr Alufolie als zu wenig und bestreichen Sie die Folie auf einer Seite mit etwas Öl. Dadurch vermeiden Sie, dass die Lebensmittel an der Alufolie kleben bleiben.

4. Die richtige Platzierung ist alles

Rohe Hähnchenbrust mit Gewürzen auf Holzbrett

Nun kann das Gericht zubereitet werden. Haben Sie die Lebensmittel gut verpackt, müssen Sie das Essen richtig im Motorraum platzieren. Die richtige Position kann durchaus den Geschmack beeinflussen. Fleisch oder Geflügel benötigen die meiste Hitze und sollten daher nahe des Abgaskrümmers platziert werden. Achten Sie jedoch darauf, dass keine Flüssigkeit aus der Alufolie austritt und den Motor verdreckt. Um die perfekte Koch-Stelle zu finden, sollten Sie den Motor durch eine kurze Fahrt etwas aufheizen und anschließend den Motorraum überprüfen.

5. Der Weg ist das Ziel

Rohes Lachsfilet mit Pfefferkörnern auf Holzbrett

Selbst ein geübter Koch muss sich bei der Zubereitung im Auto auf neue Gegebenheiten einstellen. Beim Kochen unter der Motorhaube gelten andere Regeln, als bei der herkömmlichen Zubereitung von Speisen. Denn die Garzeiten werden nicht in Minuten sondern in Kilometern angegeben. So ist für die Zubereitung einer Hähnchenbrust eine Entfernung von rund 100 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h zu empfehlen. Da verschiedene Faktoren wie etwa die Außentemperatur und die Motorisierung des PKW beim Kochen eine Rolle spielen, können die Garzeiten leicht variieren.

6. Eine hitzige Angelegenheit

Sauber polierter Motorraum eines Autos

Natürlich gelten ähnlich wie in der Küche auch beim Kochen mit dem Automotor bestimmte Sicherheitsregeln. Ganz wichtig: Nicht den Luftstrom der Maschine blockieren. Um eine Überhitzung des Motors zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Klimaanlage auszuschalten und dafür die Heizung des Wagens anzuschalten. Dadurch wird die warme Luft aus dem Motorraum in den Innenraum geblasen. Zudem sollten Sie die Lebensmittel im Motorraum platzieren während der Motor abgeschaltet ist, um Verbrennungen zu vermeiden!

7. Der Suppentopf bleibt zu Hause

Eintopf in Suppenschüssel auf Holztisch

Die Liste mit schmackhaften Gerichten für das Kochen unter Motorhaube ist lang. Doch nicht alle Gerichte eignen sich für diese besondere Art der Zubereitung. Eine rheinische Bohnensuppe oder ein leckeres Chili con Carne gelingt in der heimischen Küche wahrscheinlich besser als auf dem Automotor. Zumal auslaufende Flüssigkeiten schädlich für den Motor sind. Den herkömmlichen Suppentopf sollten Sie jedenfalls nicht zum Einsatz bringen. Die Suppe in einer Konserve zuzubereiten, ist dagegen möglich.

8. Ein Verkehrs-Stau „Juhu!“

Füsse hoch im Stau entspannen

Jedes Gericht benötigt in einem anderen Fahrzeug mehr oder weniger Zeit, als in Ihrem Auto. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Motorisierungen. Zudem können auch Ihr Fahrstil und Ihr Fahrzeugmodell einen großen Einfluss auf die Kochzeiten der Gerichte haben. Wenn Sie einmal besonders hungrig sind, kann ein Stau unter Umständen sogar etwas Erfreuliches sein. Denn ein Stau an einem sonnigen Tag kann die Garzeit eines Gerichtes erheblich verkürzen.

9. Die Abkühlung für Zwischendurch

Glückliche Freunde mit Wasserflaschen in Auto

Für kühle Drinks zum Essen müssen Sie selbst sorgen! Hierfür eignen sich Gadgets wie ein Mini-Kühlschrank, der sich in jedes Fahrzeug leicht einbauen lässt und in der Regel über den Zigarettenanzünder betrieben wird. Zur Not lässt sich natürlich auch eine herkömmliche Kühltasche mit ausreichend gekühlten Akkus nutzen.Mit einem gekühlten Softdrink lässt sich das Essen aus dem Motorraum noch besser genießen. Eine Flasche Bier ist in diesem Fall jedoch nicht angebracht: Don’t drink and Drive!

10. Aller Anfang ist schwer

youtube.com

Die US-Amerikaner Chris Maynard und Bill Scheller haben bereits 1989 das Kochbuch “Manifold Destiny: The One! The Only! Guide to Cooking on Your Car Engine!” mit leckeren Gerichten aus dem Motorraum veröffentlicht. Anfänger sollten ihre Kochkünste besser zunächst bei dem Aufwärmen von Essensresten testen. Mit ein wenig Übung ist das Kochen im Motorraum jedoch nicht nur für geübte Hobbyköche, sondern auch für jeden Autofahrer möglich, wie das nebenstehende Video beweist. Zwei besonders empfehlenswerte Rezepte für die Zubereitung mit dem eigenen Auto finden Sie hier!

Lachs auf Spinat-Bohnen-Bett:

Die Kurzstrecke

Gegrillter Lachs mit Spinat und Bohnen

Zutaten:

  • 250g Lachs
  • 250g Spinat, gewaschen
  • 350g Bohnen, gewaschen und geputzt
  • 10ml Öl
  • 1 Prise Schwarzer und Cayennepfeffer
  • 1 Knoblauchzehe
  • Basilikum
  • Oregano
  • 2 Zitronenscheiben

Zubereitung:

Zu Hause

Nehmen Sie ein circa 50cm langes Stück Alufolie, dass Sie vorher mit etwas Öl beschichtet haben und legen den Lachs darauf. Vermengen Sie 10ml Öl mit Knoblauch, Basilikum und Oregano und beträufeln Sie das Filet mit dieser Mischung. Danach bestreuen Sie es noch ein wenig mit Pfeffer. Richten Sie die Bohnen links und den Spinat rechts neben dem Lachs an. Wickeln Sie alles gut in die Alufolie ein. Nehmen Sie sicherheitshalber noch ein zweites Stück, damit keine Feuchtigkeit entweichen und der Lachs nicht austrocknen kann.


Unterwegs

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen wurden, beginnt der spannende Teil des Kochens unter der Motorhaube. Zunächst muss ein geeigneter Platz auf dem Automotor gefunden werden, auf dem der Lachs zubereitet werden kann. Platzieren Sie das gut verschlossene Päckchen auf dem Ansaugkrümmer und fahren Sie für ca. 20 Kilometer zum nächsten Picknick-Platz oder dem BBQ mit Freunden. Achten Sie jedoch darauf, dass keine Flüssigkeit austritt und den Motor verunreinigt. Am Ziel angekommen, können Sie das Gericht vorsichtig aus der Alufolie nehmen und fahr-warm genießen.

Truthahnbrust mit Backkartoffel-Karotten-Beilage

Die Langstrecke

Rohe Truthahnbrust mit Knoblauch, Chilischoten und Zwiebel

Zutaten:

  • 1 Truthahnbrust ohne Knochen (ca. 2 kg)
  • 3 große Backkartoffeln, geschält und gewürfelt
  • 3 Karotten, fein gewürfelt
  • Weißwein / trocken
  • Mehl zum Bestreuen
  • Butter zum Einfetten der Aluminium-Folie
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken
  • 200ml Sahne (40% Fett)

Zubereitung:

Zu Hause

Schneiden Sie den Truthahn entgegen der Faser in dünne Streifen und mischen diese mit den gewürfelten Backkartoffeln und Karotten in einer Schüssel. Geben Sie nun den Weißwein hinzu, decken Sie alles ab und stellen es für zwei Stunden im Kühlschrank zum Marinieren. Lassen Sie den Wein anschließend ablaufen (nicht abtrinken!). Legen Sie das Gemüse beiseite, bestäuben Sie die Truthahnbrust-Stücke mit Mehl und buttern Sie fünf Folien-Vierecke gut einseitig ein. Legen Sie Truthahn und Gemüse zu gleichen Anteilen in ein Quadrat und würzen Sie es nach Belieben mit Salz und Pfeffer. Schlagen Sie die Folie um und gießen Sie über jedes geöffnete Päckchen so viel Sahne wie Sie können, ohne zu kleckern. Anschließend vorsichtig und gründlich verschließen.

Unterwegs

Dieses Gericht eignet sich vor allem für längere Fahrten, beispielsweise in den Urlaub oder für den Besuch bei Verwandten. Bei der Zubereitung von Truthahn müssen Sie besonders gut darauf achten, dass das Geflügel nicht zu lange gegart wird und zu trocken wird. Platzieren die Folie mit dem Essen vorsichtig im Motorraum Ihres PKW und kochen Sie alles über die Länge von 400 km auf dem Motor. Um ein perfektes Ergebnis zu erhalten, sollten Sie nach den ersten 200 km eine kurze Pause einlegen und das Gericht einmal wenden. Wenn Sie an Ihrem Ziel angekommen sind, nutzen Sie eine Grillzange, um das fertige Essen bequem aus dem Motorraum zu nehmen.

In diesem Sinne:
Gute Fahrt und guten Appetit!

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