EU-Neuwagen: Lohnt sich der Import eines Fahrzeugs?

Auf der Suche nach einem neuen Fahrzeug, begegnen dir bei deinen Recherchen mit hoher Wahrscheinlichkeit sogenannte EU-Neuwagen. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, welche für den Verkauf in einem ausländischen EU-Staat bestimmt sind. Aufgrund der geringen Handelsbeschränkungen innerhalb der Europäischen Union, steht es jedoch auch Bürgern aus Deutschland frei, sich in einem anderen Mitgliedsstaat ein Auto zu kaufen.

Oftmals fällt der Anschaffungspreis für aus EU-Staaten importierte Autos vergleichsweise günstig aus. Aufgrund der geringeren Anschaffungskosten erfreuen sich EU-Neuwagen einer steigenden Beliebtheit. Du interessierst dich für ein Importfahrzeug? Erkunde jetzt den Fahrzeugmarkt von wirkaufendeinauto.de, wo Modelle aller gängigen Automarken zu fairen Preisen angeboten werden.


Inhaltsverzeichnis

  1. Warum sind EU-Neuwagen so preiswert?
  2. Welche EU-Neuwagen-Modelle sind verfügbar?
  3. Die günstigsten EU-Neuwagen
  4. EU-Neuwagen erwerben: So funktioniert der Eigenimport
  5. EU-Neuwagen bei einem Händler bestellen
  6. Importfahrzeuge aus der EU zulassen
  7. Vergleich: Deutsche Neuwagen und EU-Neuwagen
  8. Beim Kauf eines EU-Neuwagens unbedingt auf die Ausstattung achten
  9. EU-Neuwagen: Details zur Sachmängelhaftung und Herstellergarantie
  10. Das sind die Vorteile von EU-Neuwagen
  11. Das sind die Nachteile von EU-Neuwagen
  12. Wann macht der Kauf eines EU-Neuwagens Sinn?
  13. Fazit: Was lohnt sich eher - EU-Neuwagen oder deutscher Neuwagen?

1. Warum sind EU-Neuwagen so preiswert?

EU-Neuwagen: Lohnt sich der Import eines Fahrzeugs?

Für die niedrigeren Preise von EU-Neuwagen gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Als ein wichtiger Einflussfaktor auf den Verkaufspreis eines Neuwagens gilt die Kaufkraft eines Landes beziehungsweise die seiner Bürger. In Deutschland fällt das allgemeine Preisniveau relativ hoch aus, infolgedessen Neufahrzeuge vergleichsweise teuer in der Anschaffung sind. Will ein Autohersteller dagegen in einem Land mit geringerer Kaufkraft gute Absatzzahlen erreichen, besteht die Notwendigkeit, niedrigere Preise anzusetzen.

Darüber hinaus sorgen auch die unterschiedlichen Steuersätze der Mitgliedsstaaten dafür, dass EU-Neuwagen häufig günstiger sind. Das EU-Recht sieht nämlich vor, dass Steuern in dem Land erhoben werden, in dem auch die Zulassung erfolgt. In Deutschland fällt lediglich die 19-prozentige Mehrwertsteuer an. Die meisten anderen EU-Länder berechnen hier eine höhere Gebühr, wie die nachfolgende Liste beispielhaft zeigt:

  • 22 Prozent Umsatzsteuer: Italien, Slowenien
  • 23 Prozent Umsatzsteuer: Polen, Irland, Portugal
  • 24 Prozent Umsatzsteuer: Finnland, Griechenland
  • 25 Prozent Umsatzsteuer: Dänemark, Schweden
  • 27 Prozent Umsatzsteuer: Polen

Darüber hinaus wird in vielen Ländern eine zusätzliche Zulassungssteuer fällig, deren Höhe oftmals vom Preis des Fahrzeugs, vom Hubraum oder den Emissionen abhängt. Besonders hohe Aufwendungen fallen in Dänemark an, wo der Staat 105 beziehungsweise sogar 180 Prozent des Kaufpreises berechnet. Damit der Fahrzeugerwerb trotz der hohen Steuerlast noch vielen Menschen möglich ist, steuern die Automobilhersteller mit niedrigeren Nettopreisen entgegen.

2. Welche EU-Neuwagen-Modelle sind verfügbar?

Mittlerweile bieten fast alle Automobilhersteller ihre Fahrzeuge europaweit an, sodass so gut wie jedes Modell auch zum Import zur Verfügung steht. Dabei spielt es keine Rolle, ob du dich für den Wagen einer deutschen Marke wie BMW, Audi beziehungsweise Volkswagen interessierst oder eher Nissan, Hyundai, Skoda oder Seat vorziehst.

3. Die günstigsten EU-Neuwagen

Welche Kosten ein EU-Neuwagen verursacht, hängt nicht allein vom Anschaffungspreis und vom Verbrauch ab. Auch der Wertverlust und die Wartungs- sowie Reparaturkosten unterscheiden sich je nach Modell teilweise recht deutlich. Tendenziell gilt jedoch auch im Bereich der Importfahrzeuge, dass die Anschaffungskosten für Kompakt- und Kleinwagen niedriger ausfallen als die Preise für Fahrzeuge der Oberklasse oder SUVs. Wer ein günstiges Auto sucht, für den empfiehlt sich daher eher ein kleiner Stadtflitzer als eine Limousine.

4. EU-Neuwagen erwerben: So funktioniert der Eigenimport

Der selbständige Import eines Fahrzeugs stellt die kostengünstigste Möglichkeit dar, um an einen EU-Neuwagen zu gelangen. Allerdings bist du in diesem Fall dazu gezwungen, dich in Eigenregie um die komplette Bürokratie zu kümmern. Prinzipiell funktioniert der Kauf eines Importfahrzeugs auf dieselbe Weise wie auch bei anderen KFZs. Dabei gilt es jedoch bei jedem Schritt der Prozedur, einige Dinge zu beachten:

  • Kaufvertrag: Halte in dem Dokument neben dem Preis auch Details zur Ausstattung sowie zum Übergabetermin schriftlich fest. Außerdem ist es unbedingt erforderlich, dass im Vertrag die Bezeichnung „Neufahrzeug“ vorkommt. Für gewöhnlich finden die Gesetze des Verkaufslandes Anwendung. Daher empfiehlt es sich gegebenenfalls, im Vorfeld die Dienste eines Dolmetschers in Anspruch zu nehmen oder das Dokument in Englisch aufzusetzen.
  • Übergabe: Lasse dir auf jeden Fall die Originale der Fahrzeugpapiere sowie der Kaufrechnung aushändigen. Darüber hinaus benötigst du vom Verkäufer das Serviceheft sowie die als Certificate of Confirmity (COC) bekannte, EU-weite Typgenehmigung.
  • Überführung: Damit dir der Transport des Fahrzeugs nach Deutschland gestattet ist, benötigst du ein Kennzeichen des entsprechenden Landes. Informiere Dich dazu am besten im Vorfeld beim jeweiligen Händler. Die Alternative besteht darin, das Auto mithilfe eines Anhängers zu transportieren.
  • Umsatzsteuer: Käufer eines EU-Neufahrzeugs sind dazu verpflichtet, die Mehrwertsteuer unter Vorlage der Originalrechnung innerhalb von 10 Tagen zu begleichen. Die Bescheinigung vom Finanzamt benötigst du für die Zulassung des Wagens.

5. EU-Neuwagen bei einem Händler bestellen

Neben dem Eigenimport besteht ebenso die Option, einen EU-Neuwagen über einen hierzulande ansässigen Händler zu erwerben. Dies erspart dir eine Menge Aufwand. In diesem Zusammenhang ist in Erfahrung zu bringen, ob der Autohändler als Vermittler oder Verkäufer agiert. Tritt dieser nämlich als Verkäufer in Erscheinung, gelten die deutschen Gesetze. Im Regelfall wird das Geschäft jedoch lediglich vermittelt, infolgedessen das jeweilige nationale Recht Anwendung findet.

6. Importfahrzeuge aus der EU zulassen

Das Zulassungsverfahren bei einem EU-Neuwagen unterscheidet sich nicht wesentlich von dem eines deutschen Neuwagens. Zusätzlich zu den gewöhnlichen Unterlagen wie einem Ausweis oder der elektronischen Versicherungsbestätigung benötigst du jedoch einige weitere Dokumente:

  • Eigentumsnachweis (Original-Kaufvertrag beziehungsweise -Rechnung)
  • EWG-Übereinstimmungserklärung (COC-Dokument)
  • Fahrzeugpapiere im Original
  • Einfuhrumsatzsteuererklärung

7. Vergleich: Deutsche Neuwagen und EU-Neuwagen

EU-Neuwagen werden in denselben Fabriken produziert wie deutsche Neuwagen. Trotzdem gibt es einige Unterschiede zwischen den beiden Typen von Neufahrzeugen. Die nachfolgende Tabelle zeigt auf, in welchen Bereichen Differenzen bestehen:

  • Variable: Ausstattung
  • EU-Neuwagen: An nationale Gepflogenheiten angepasst
  • Deutsche Neuwagen: Fokus liegt auf Präferenzen deutscher Verbraucher
  • Variable: Kaufvertrag
  • EU-Neuwagen: Unterliegt dem Rechtssystem des Verkaufslandes
  • Deutsche Neuwagen: Deutsches Rechtssystem gilt
  • Variable: Haftung
  • EU-Neuwagen: Jeweiliger Autohändler trägt zwei Jahre Sachmängelhaftung
  • Deutsche Neuwagen: Jeweiliger Autohändler trägt zwei Jahre Sachmängelhaftung
  • Variable: Garantie
  • EU-Neuwagen: Herstellergarantie im EU-Raum grundsätzlich gültig. Umfang der Leistungen variiert je nach Land und Hersteller
  • Deutsche Neuwagen: Herstellergarantie zu 100 Prozent gewährleistet
  • Variable: Sparpotenzial
  • EU-Neuwagen: Durch unterschiedliche Steuersätze Nettopreise für EU-Neuwagen vom Preisniveau des Landes abhängig. Andere Modellausstattung
  • Deutsche Neuwagen: Durch Rabatte

8. Beim Kauf eines EU-Neuwagens unbedingt auf die Ausstattung achten

Abweichungen zu deutschen Neuwagen bestehen insbesondere in Bezug auf die Serienausstattung. Diese passen die Autohersteller nämlich an nationale Präferenzen an. Das trifft auch auf die Fabrikate deutscher Marken zu. Infolgedessen verfügen skandinavische Fahrzeuge für gewöhnlich über eine besondere Winterausstattung, wohingegen Autos aus südlichen Ländern oftmals eine Klimaanlage besitzen.

Bei der Sicherheitsausstattung gibt es keinen allzu großen Spielraum. Mittlerweile existieren nämlich einige durch die Europäische Union vorgegebene Standards. So ist es für Autohersteller beispielsweise bereits seit 2014 verpflichtend, jedes in der EU neu zugelassene PKW-Modell mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) auszustatten. Die von Versicherungen geforderte elektronische Wegfahrsperre lässt sich dagegen nicht in jedem EU-Neuwagen finden.

9. EU-Neuwagen: Details zur Sachmängelhaftung und Herstellergarantie

Die Sachmängelhaftung wurde bereits im Jahr 2002 vereinheitlicht und ist im gesamten Raum der Europäischen Union gültig. Anders als bei einem deutschen Neuwagen besteht hier jedoch die Notwendigkeit, Rechte im Ausland geltend zu machen. Als Hürde erweist sich an dieser Stelle vor allem die große Entfernung zum Händler. Dazu kommen noch die fremde Sprache und das ausländische Rechtssystem, die manchem Fahrzeugbesitzer ebenfalls Probleme bereiten. Um Abhilfe zu schaffen, bietet sich hier eine umfangreiche Auslandsrechtsschutzversicherung an.

Prinzipiell gilt die durch den Hersteller gewährte Neuwagengarantie in allen Staaten der Europäischen Union. Innerhalb der Garantiezeit sind Vertragswerkstätten des Autofabrikanten dazu verpflichtet, die vereinbarten Leistungen auch im Falle eines EU-Neuwagens zu erbringen. Dies gilt jedoch nur, wenn du im Besitz der entsprechenden Papiere bist. Du benötigst einerseits das Serviceheft und andererseits die vom Autohändler abgestempelte Garantiekarte.

Da die Hersteller den Umfang der Garantieleistungen selbst festlegen, ist es möglich, dass landesspezifische Unterschiede auftreten. Diese stellen jedoch nicht den Regelfall dar. Für gewöhnlich ist die Neuwagengarantie auf eine bestimmte Zeitspanne oder einen gewissen Kilometerstand begrenzt und an regelmäßige Kontrollen durch eine Vertragswerkstatt gebunden.

10. Das sind die Vorteile von EU-Neuwagen

  • EU- Neuwagen sind in der Anschaffung bis zu 40 Prozent günstiger als die für den deutschen Markt hergestellte Fahrzeuge. Wie hoch die Ersparnis im Einzelfall ausfällt, hängt vom Modell und dem Verkaufsland ab.
  • Da die Autohersteller ihre Fahrzeuge für gewöhnlich europaweit vertreiben, gibt es kaum ein Modell, welches nicht zum Import zur Verfügung steht.
  • Beim Erwerb eines EU-Neuwagens ist der Händler ebenfalls dazu verpflichtet, für zwei Jahre die Sachmängelhaftung zu übernehmen.
  • Die Neuwagengarantie gilt auch für EU-Importe, wobei der Umfang der Garantieleistungen von den durch den Hersteller aufgestellten Bestimmungen im Verkaufsland abhängt.

11. Das sind die Nachteile von EU-Neuwagen

  • Der Eigenimport eines EU-Neuwagens stellt verglichen mit dem Kauf eines deutschen Neuwagens ein sehr aufwendiges Unterfangen dar.
  • Je nach Land und Modell besitzen Importfahrzeuge teilweise eine andere Ausstattung.
  • EU-Neuwagen verfügen nicht immer über eine deutsche Menüführung beziehungsweise Sprachsteuerung.
  • Häufig beginnt die Garantie eines EU-Neuwagens bereits mit der Übergabe an den Importeur und nicht erst bei der Übergabe an den Kunden.
  • Entspricht die Ausstattung eines EU-Imports nicht den Präferenzen der deutschen Autofahrer, ist mit einem höheren Wertverlust zu rechnen.
  • Die Ansprüche bei auftretenden Sachmängeln bestehen zwar, lassen sich bei einem ausländischen Händler jedoch schwerer durchsetzen.
  • Im Falle eines EU-Neuwagens sind deutsche Vertragshändler beziehungsweise -werkstätten meist nicht dazu bereit, zusätzliche Kulanzleistungen zu gewähren.

12. Wann macht der Kauf eines EU-Neuwagens Sinn?

EU-Autos stellen eine lukrative Option dar, um beim Kauf eines Neufahrzeugs einiges an Geld zu sparen. Dies betrifft nicht nur Auslaufmodelle, sondern ebenfalls Kassenschlager. Allerdings empfiehlt sich der Import eines EU-Neuwagens nur unter der Voraussetzung, dass deutliche Preisunterschiede zu deutschen Neuwagen des gleichen Modells bestehen. Sparst du lediglich wenige Hundert Euro mit einem EU-Import, bietet sich eher ein für den deutschen Markt konzipierter Neuwagen an.

13. Fazit: Was lohnt sich eher – EU-Neuwagen oder deutscher Neuwagen?

Ob sich ein EU-Import oder ein deutscher Neuwagen eignet, ist letztlich nicht nur eine Frage des Preises. Es kommt ebenso auf die persönlichen Präferenzen an. Wer auf den günstigen Erwerb eines Autos abzielt und kein Problem mit der eventuell abweichenden Ausstattung hat, für den empfiehlt sich ein EU-Neufahrzeug. Willst du dagegen auf Nummer sicher gehen, dass es bei Sachmängeln oder im Garantiefall keine Probleme gibt, eignet sich eher ein deutscher Neuwagen. Hier besteht insbesondere bei den sogenannten Tageszulassungen die Möglichkeit, sich vergleichsweise hohe Rabatte zu sichern.

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