Ob Hybrid- oder Elektroauto: Umweltbewusst durch den Verkehr

Fahrzeuge mit Elektro- und Hybridmotoren gelten als die kommende Innovation in der Automobilindustrie. Wir verraten Ihnen alles Wissenswerte über die neue Art von Autos.

05.03.2014

Elektroauto Ladestation

Eine Million Elektroautos sollen bis zum Jahr 2020 auf deutschen Straßen rollen. Das ist das Ziel der Bundesregierung in der Umweltpolitik. Das betrifft auch Hybridfahrzeuge. Diese fahren teils elektrisch, teils mit Kraftstoff. Von dieser Vision sind wir im Jahr 2017 aber noch weit entfernt. Daten des Bundesamtes für Kraftfahrt (KBA) belegen: Von 62,6 Millionen zugelassenen PKW waren 34.022 Elektroautos und 165.400 Hybridfahrzeuge. Damit fehlen derzeit mehr als 700.000 Fahrzeuge, die voll- oder teilelektrisch funktionieren. Es müssten in Deutschland also pro Jahr mindestens 132.000 dieser Autos verkauft werden, um das Ziel der Umweltpolitik auch zu erreichen.

Wäre das Ziel höher als eine Millionen Elektroautos gesetzt, würde der Stromverbrauch stark ansteigen. Damit würde der Ausstoß von noch mehr CO2 vorangetrieben. Wenn zum Beispiel alle in Deutschland zugelassenen PKW Elektroautos wären, würden im Jahr etwa 188 Tonnen Kilowattstunden (kWh) Strom benötigt. Das sind 25% des gesamtdeutschen Stromverbrauchs. Zur Zeit wird auch nur ein Viertel des deutschen Stromnetzes mit Ökostrom gespeist. Darum ist eine vollständig klimaneutrale Nutzung von Elektroautos im Moment nicht möglich.

Deutschlands Fahrzeuge in Zahlen:

  • 62,6 Millionen zugelassene PKW in Deutschland
  • 34.022 Elektroautos
  • 165.400 Hybridfahrzeuge

1. Elektroauto: Gibt es staatliche Unterstützung?

Da sich Elektroautos in Deutschland nur schlecht verkauften, wurde zum 2. Juli 2016 die Förderung für Elektroautos entschieden. Mit 1,2 Milliarden Euro soll damit der Kauf von 300.000 bis 400.000 PKW unterstützt werden. Dies gilt bis zum 30. Juni 2019. Verkehrsminister Dobrindt möchte die Deutschen zum Kauf eines Elektro- oder Hybridautos bewegen. Vorteile und Begünstigungen sollen dies bewirken. Dazu gehören zum Beispiel kostenlose Parkplätze für Elektroautos oder die Möglichkeit zur Nutzung von Busspuren.

Weiterhin ist die Hilfe durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau geplant. So soll es bessere Zinsen bei der Vergabe eines Kredits geben. Dies gilt nur bei der Finanzierung von Fahrzeugen, die die Umwelt schonen. Darüber hinaus soll die Infrastruktur der Ladestationen in Deutschland weiter verbessert werden. Hinzu kommt, dass der Bund seinen Fuhrpark auf E-Mobile umrüsten will. Weiterhin wird die Regierung bei ihrer Kaufprämie für Elektroautos vom Bundesverband Elektromobilität (BEM) unterstützt.

2. Elektroauto: Ist ein Vergleich überhaupt möglich?

Doch was ist effizient und belastet am wenigsten die Umwelt? Ein Elektroauto, ein Hybridauto oder eines, das mit einem Motor für Benzin oder Diesel ausgestattet ist?

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Denn sie verlangt eine genaue Betrachtung der Werte zum Verbrauch der Fahrzeuge. Jedes Modell und jede Marke hat seine eigenen Vor- und Nachteile in Sachen Energieeffizienz.

Eine generelle Aussage ist nur in einem bestimmten Rahmen sinnvoll. Es gibt Vergleichswerte, die einen guten Eindruck von der aktuellen Situation bieten. Sie machen deutlich wie es um die Umweltverträglichkeit der Motorenarten bestellt ist.

Vor- und Nachteile von Elektroautos

Vorteile

  • keine Emissionen im direkten Betrieb
  • hoher Wirkungsgrad (bei 1.000 Watt 60 – 90%)
  • geräuscharm
  • hohe Lebensdauer
  • höherer Fahrkomfort
  • hohes Drehmoment

Nachteile

  • geringe Leistungs- und Energiedichte
  • geringe Reichweite
  • schlechtere Akkuleistung bei niedrigen Temperaturen
  • höhere Anschaffungskosten

3. Verbrennungsmotor vs. Elektroauto

Der Nachteil von Verbrennungsmotoren liegt praktisch auf der Hand. Es wird Kraftstoff verbrannt, was den CO2-Ausstoß erhöht und zusätzlich schwefelige Säure entstehen lässt. Die führt zur Entstehung von saurem Regen. Beides ist schädlich für die Umwelt. Außerdem werden nur ca. 30% des verwendeten Sprits auch genutzt. Der Rest geht durch Abwärme verloren. Darüber hinaus sind die in den Prospekten angegebenen Werte zum Verbrauch im Labor entstanden. Dabei werden dann in der Regel der Energieverbrauch von Klima- und Lichtanlagen außen vor gelassen. Das führt dazu, dass der reale Verbrauch im Alltag ein Viertel höher einzuschätzen ist.

Hinzu kommen Faktoren, die häufig unerwähnt bleiben, die Umweltbilanz jedoch zusätzlich verschlechtern. Für die Produktion des Treibstoffs muss Öl in speziellen Anlagen gefördert, dann verschifft und anschließend raffiniert werden. Wird das alles hinzugerechnet, verbraucht selbst ein sparsamer Diesel etwa die Hälfte mehr als ein Elektrofahrzeug.

Ein Elektroauto hat ein völlig anderes Problem, was die Umweltverträglichkeit betrifft. Hier ist die Entsorgung und das Recycling der Lithium-Ionen-Batterien der entscheidende Faktor. Diese werden in der Regel zerlegt und eingeschmolzen, da sich so hochwertige Metalle, wie Nickel und Kobalt, wiederverwenden lassen.

Das zurückgewonnene Lithium findet jedoch nur selten weitere Verwendung in einer Batterie. Stattdessen wird die lithiumhaltige Schlacke für den Bau von Straßen oder die Herstellung von Cerankochfelden eingesetzt. Es wird nur zu einem sehr geringen Teil aus einer entsprechenden Batterie zurückgewonnen. Da das Alkalimetall nicht besonders reichhaltig vorhanden ist, müssten Vorräte aus dem Ausland gekauft und verwendet werden. Dies würde wohl zu einer Abhängigkeit Deutschlands von China führen, da dort über die weltweit größten Vorräte an Lithium verfügt wird.

Umweltbelastung bei Autos mit Verbrennungsmotoren:

  • hohe Emissionswerte
  • Förderung von saurem Regen
  • nur 30% des Treibstoffs werden real genutzt
  • geschönte Verbrauchswerte durch unvollständige Labortests
  • zusätzliche Belastungen durch Ölförderung- und -verarbeitung

Umweltbelastung bei Elektroautos:

  • wenig ergiebiges Recycling bei der Entsorgung der Batterie
  • legal geschönte Emissionswerte bei der Produktion
  • Risiken bei der unkontrollierten Förderung von Lithium

4. Historisches und Modernes zum Elektroauto

Das erste voll funktionstüchtige Elektroauto wurde wohl 1888 von der Maschinenfabrik A. Flocken in Coburg gebaut. Ein Nachbau befindet sich im Deutschen Museum Verkehrszentrum in München. In der Zeit zwischen 1869 und 1912 gab es bereits einen großen Anteil an Elektroautos. Im Jahr 1900 wurden in den USA 40% aller Autos dampfbetrieben, 22% mit Benzin und 38% elektrisch. Ab dem Jahr 1912 ging der Anteil an PKW mit Elektromotoren stark zurück. Einen Umschwung gab es seit Anfang der 1990er Jahre. Die durch den Golfkrieg ausgelöste Ölkrise sorgte dafür, dass Alternativen zu Benzin und Diesel gesucht wurden.

Allen voran war hierbei das „California Air Resources Board“ (kurz: CARB). Diese legten 1990 in Kalifornien gesetzlich fest, dass immer mehr sparsame Autos angeboten werden müssen. Aber auch die Welt des Motorsports versucht seinen Teil beizutragen, um das Elektroauto sowohl technisch als auch populär zu stärken. Dazu gehört eine von der FIA geplante Rennserie mit einer Formelklasse, die sich auf Elektromotoren beschränkt. Diese Formel-E befuhr im Frühsommer 2015 verschiedene Stadtkurse in Monte Carlo, London und auch Berlin-Tempelhof. Dabei wird vor allem auf eine jüngere Zielgruppe als die bei der alten Formel-1-Serie gesetzt.

Es soll auch möglich sein, dass Videospieler gleichzeitig mit den realen Rennpiloten online mitfahren können. Die echten Piloten sollen mit Social-Media-Diensten Bonuspunkte sammeln können. Das Klangbild der Autogeräusche unterscheidet sich bei der Formel-E deutlich von der Formel-1, ist jedoch immer noch laut und krachend.

5. Generelles zum Hybridauto

Eine Sonderform bildet das Hybridauto. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, das zwei Möglichkeiten der Antriebsnutzung hat. In der Regel ist das ein Elektro- und ein Verbrennungsmotor. So ist es möglich, die jeweiligen Vorteile der einzelnen Antriebe zu nutzen. Der Elektromotor spart deutlich Sprit, während die Reichweite bei einem Auto mit Verbrennungsmotor viel größer ist. Auf diese Weise kann die Umwelt bewusst entlastet werden, ohne auf Leistung verzichten zu müssen. Bei den Hybriden gibt es einige Varianten. Dazu zählen der Voll-, Mikro- und Mildhybrid.

Der Vollhybrid ist in der Lage, komplett elektromotorisch zu fahren. Das eignet ihn zur Fertigung in Serie. Mikrohybridantriebe funktionieren nicht mit zwei Motoren. Sie haben eine Stopp-Automatik und eine Bremsenergiezurückgewinnung. Bei einem Mildhybriden unterstützt der Elektro- den Verbrennungsmotor. Hier ist es ebenfalls möglich, die Energie beim Bremsen und im Leerlauf zurückzugewinnen.

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