Nicht nur Autos in Rot: Die beliebtesten Autofarben in Europa von den 80er Jahren bis heute

Welche Autofarben waren die beliebtesten in den letzten vier Jahrzehnten in Europa? Basierend auf internen Daten präsentiert wirkaufendeinauto.de die Ergebnisse und sagt, welche Farben für einen Verkauf besonders geeignet sind.

14.11.2017

Autos in Rot und weiteren Farben

Als einer der größten Experten auf dem Gebrauchtwagenmarkt in Europa hat wirkaufendeinauto.de jeden Tag mit unzähligen Autos in den verschiedensten Lackierungen zu tun. Die Farbwahl der Fahrzeuge geht zumeist auf die Zeit ihrer Erstzulassung zurück und zeigt somit Trends von den ausgeflippten 80er Jahren bis heute.

Mit mehr als 1 Million gekauften Gebrauchtwagen ziehen wir jetzt Resümee: Welche Autofarben waren die beliebtesten in den letzten vier Jahrzehnten? Die Studie zeigt erstmals Europas Farbtrends im Vergleich und hilft einzuschätzen, welche Lackfarben für den Autoverkauf besonders geeignet sind.

1. Die 80er-Jahre: Autos in Rot und Weiß

Europakarte mit den beliebtesten Autofarben der 80er Jahre

In den 80er Jahren wollten nicht alle Fahrzeughalter Autos in gedeckten Lackfarben. Zunächst war Weiß die Trendfarbe für Autos, die es in fünf von sieben Ländern unserer Europa-Studie unter die Top 2 der beliebtesten Autofarben in diesem Jahrzehnt schafft. Angeführt von Spanien sowie Österreich waren knapp 20 Prozent der Autos in Europa weiß.

Etwas weniger einig sind sich die Europäer in Bezug auf den damaligen Trend von Autos in Rot. Dieser setzte sich vor allem im deutschsprachigen Raum mit 17 Prozent der Autos durch. Im Rest Europas fuhren dagegen etwas mehr graue Autos. In Frankreich war sogar jedes dritte Auto grau.

2. Das Blau und Silber der 90er Jahre

Europakarte mit beliebtesten Autofarben der 90er Jahre

In den 90er Jahren schob sich die Technikbegeisterung in den Vordergrund und silberfarbene, graue oder anthrazit-Töne sowie Blau wurden in der Folge häufiger gewählt. Blau wurde zur beliebtesten Farbe im deutschsprachigen Raum sowie in Italien, Spanien und den Benelux-Ländern. Jedes fünfte Auto mit Erstzulassung in den 90er Jahren war blau statt weiß. Nur in Frankreich wählte noch immer jeder dritte Neuwagenkäufer ein graues Auto.

Ganz anders in Deutschland und Spanien, denn hier bevorzugte man neben blauen Modellen die silberfarbenen Autos. Immerhin 16 Prozent der von uns gesehenen Fahrzeuge trugen diese Farbe.

3. Welche Farben wählt Europa nach der Jahrtausendwende?

Europakarte mit beliebtesten Autofarben von 2000-2009

In unserem Europa-Vergleich fällt auf, dass Silber nach der Jahrtausendwende mit 20,9 Prozent vor allem in Deutschland bevorzugt als Autofarbe gewählt wurde. In anderen Ländern hat es sich diese Farbe hingegen kaum durchgesetzt. Auch in Bezug auf das Comeback der Lackfarbe Schwarz wurde Deutschland zum Vorreiter. Schon nach der Jahrtausendwende war hier fast jedes dritte Auto schwarz, während bis dahin in Europa nur 13 Prozent schwarze Autos auf den Straßen zu sehen waren. Heute sind europaweit 20 Prozent aller PKW schwarz.

Doch auch weiße Autos sind heute wieder verbreitet. Besonders in Südeuropa sieht man sie, zum Beispiel in Spanien mit 35,4 Prozent, sehr häufig. Auch in Deutschland schafft es die Farbe Weiß auf immerhin 18 Prozent der in den 2010er Jahren zugelassenen Autos. Damit ist Weiß heute noch beliebter als in den 80er Jahren. Dagegen wählt heute kaum jemand ein Auto in Rot oder anderen bunten Farben.

4. Welche Autofarbe ist die beste für den Wiederverkauf?

Europakarte mit beliebtesten Autofarben von 2010 bis heute

Rechnete es sich auch auf Herstellerseite in den 80er Jahren noch, Autos in Rot oder Braun ohne Aufschlag anzubieten, ist ab den 90er Jahren eine Tendenz zu dunklen Farben, darunter auch Blau, sichtbar. Dieses Bild wiederholt sich in Zukunft möglicherweise, wenn digitale Technologien bald noch stärker Einzug in unsere Autos halten und Menschen mehr individuelle Farbtöne wünschen.

Das zumindest ist das Ergebnis eines Reports des Chemiekonzerns BASF, der nach eigenen Aussagen fast alle Hersteller mit Farben beliefert. Seine Studien zu Farbtrends zeigen derzeit, dass eine Steigerung der Farbton-Vielfalt innerhalb der einzelnen Farbbereiche zu beobachten ist, obwohl die Verteilung der Farben im vergangenen Jahr gleich geblieben ist. Die Farbe Blau mit über 100 verschiedenen Tönen ist hier die eindrücklichste.

Jahrzehnt Autofarbe Prozentangabe
80er Rot 17,50 %
Grau 16,00 %
Weiß 14,36 %
90er Blau 22,68 %
Silber 15,96 %
Rot 15,24 %
00er Schwarz 28,15 %
Silber 20,87 %
Grau 18,61 %
seit 2010 Schwarz 31,59 %
Grau 19,06 %
Weiß 17,58 %

Bei der Wahl der Autofarbe greifen Käufer jetzt allgemein wieder mehr zu Weiß. Fast jeder dritte Autofahrer wählt diesen Ton in Europa (29 Prozent), so BASF. Allzeit beliebt scheint vor allem die Farbe Grau zu sein, die zusammen mit immer mehr SUVs auf Europas Straßen besonders häufig zu sehen ist.

Doch auch der Wiederverkaufswert der Autos korreliert mit dieser Farbe. Graue oder schwarze Autos sind deutlich einfacher zu verkaufen als etwa Autos in Rot oder Blau. Sie sind nämlich etwas weniger von Trends abhängig. Ausgenommen davon sind jedoch Kleinwagen, die in hellen und bunten Farben auftreten. Der Grund dafür ist, dass helle Farben die Konturen kleiner und schnittiger Karossen unterstreichen.

5. Die Farbwahl der Deutschen nach Fahrzeugtyp

Grafik mit beliebtesten Autofarben nach Fahrzeugtyp

In den 80er Jahren waren Farben das Kennzeichen bestimmter Modellreihen und ein Element der Hersteller, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Kein Wunder also, dass Coupés noch bis in die 90er Jahre in Deutschland verbreitet in Rot zu sehen waren. Weiß zeigt das modebewusste Zeitalter vermehrt an besonders schnittigen Modellen, zum Beispiel an Cabrios.

Die Farben der Kombis waren in den 80er Jahren Rot oder Blau und in den 90er Jahren Blau und Grün, jedoch nicht Weiß. Das ab den 90er Jahren aufkommende SUV wird hingegen in Europa ganz besonders gerne in Grau gewählt. Doch in Deutschland dominiert das beliebte Silber der 00er Jahre und das klassische Schwarz auf den großvolumigen Wagen von heute.

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