Steigendes Alter bei Gebrauchtwagen

In den letzten Jahren ist das Durchschnittsalter bei Gebrauchtwagen stark gestiegen. Was ist der Grund für das hohe Alter der Fahrzeuge?

01.06.2018

Gebrauchtwagen werden immer älter

Neuwagen werden immer teurer und nicht immer kann man sich einen leisten. Eine gute Alternative bieten Gebrauchtwagen, die je nach Pflege und Alter einem Neuwagen in beinahe nichts nachstehen. Der Markt ist für beide Seiten ergiebig und bietet eine große Auswahl. Allein 2017 sind die Besitzumschreibungen in Deutschland stark gestiegen. Insgesamt haben nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes im vergangenem Jahr 7,3 Mio. PKW den Besitzer gewechselt. Dabei liegt das Durchschnittsalter des Gebrauchten bei neun Jahren. Ein Wert, der noch nie höher war.

1. Der Markt für Fahrzeuge wird älter

In den vergangenen Jahren ist das Durchschnittsalter bei Kraftfahrzeugen kontinuierlich gestiegen. Diese Beobachtung betrifft nicht nur PKW, sondern auch Busse, LKW, Anhänger, Motorräder und land- sowie forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Bei allen findet sich eine steigende Tendenz, insbesondere bei den land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen beträgt das Durchschnittsalter inzwischen 27 Jahre. Die mit Abstand ältesten Fahrzeuge finden sich in dem Segment unter sonstigen Zugmaschinen. Dort beträgt das Durchschnittsalter 43,7 Jahre.

2015 war jeder fünfte PKW über 15 Jahre alt. Dabei liegt die durchschnittliche Laufleistung meist jenseits der 200.000 Kilometer-Marke. Viele der älteren Modelle weisen altersbedingte Mängel auf. Mit dem steigenden Alter des Autos sinkt die Bereitschaft, in dieses zu investieren. Die Folge ist, dass Reparatur- und Wartungsarbeiten vernachlässigt werden. Dies zeigt sich vor allem bei der TÜV-Untersuchung. Viele der älteren Modelle fallen durch die Hauptuntersuchung.

Ähnliche Zahlen lassen sich in den anderen Fahrzeugsegmenten beobachten. Sattelzugmaschinen sind im Durchschnitt noch relativ neu und modern (4,4 Jahre). Grund für das relativ junge Alter der Nutzfahrzeuge sind die Finanzierungs- und Leasingverträge, die meist nur eine kurze Vertragsdauer haben. In anderen Bereichen ist die Situation eine andere. Lastkraftwagen sind durchschnittlich 7,7 Jahre alt, Busse 8,9 Jahre. Bei Privatfahrzeugen wie Motorrädern, Wohnmobilen und Anhängern liegt das Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Grund dafür ist die niedrige Jahreslaufleistung, da insbesondere Motorräder zum größten Teil nur saisonabhängig gefahren werden.

Warum der Griff zu Gebrauchten?

Das hohe Durchschnittsalter von Fahrzeugen ist eine Entwicklung, die wahrscheinlich auch in Zukunft noch weiter steigen wird. Beim Vergleich der Bestandszahlen lässt sich feststellen, dass pro Dekade ein Jahr zum durchschnittlichen Fahrzeugalter dazugerechnet werden kann. Zudem zeigt der Vergleich, dass viele Käufer lieber Verbrauchsmängel in Kauf nehmen, die sich zum Teil auch schnell und kostengünstig beheben lassen, als sich für deutlich mehr Geld einen Neuwagen zu kaufen, der benzinsparender ist. Eine Statistik zeigt, dass Gebrauchtwagen ungefähr 0,7 Liter mehr an Kraftstoff verbrauchen.

Immer öfter wird einmal in einen größeren, besseren PKW investiert, der dann länger fahrtauglich ist, als sich kurzfristig ein Auto zu suchen, das bei eventuellen Zukunftsplanungen (Familie, etc.) nicht mehr ausreichend ist. Vorausschauend kaufen ist die Devise, nach der viele Autokäufer sich nach einem neuen Wagen umsehen und die Vor- und Nachteile des Wagens abwägen.

Diesel oder umweltfreundliche Alternative?

Wenn Sie sich einen Gebrauchtwagen kaufen wollen, gibt es verschiedene Kriterien, die Sie beachten sollten. Besonders in der aktuellen Debatte um Dieselfahrzeuge sichern sich viele Autofahrer ab und verkaufen ihren alten Diesel. Rund 20 Prozent der Gebrauchtwagenfahrer und 17 Prozent der Neuwagenkäufer entscheiden sich bewusst gegen einen Diesel. Insgesamt sinkt die Anzahl der Dieselfahrzeuge auf deutschen Straßen und im Gegenzug steigt langsam das Interesse an umweltfreundlichen Alternativen.

Neben all den Diskussionen rund um Diesel und Co. ist für viele Autofahrer die Mobilität ein Gut, das niemand missen möchte und entsprechend groß ist die Bereitschaft, in diese zu investieren. Dabei stehen Zuverlässigkeit und Sicherheit an erster Stelle. Durchschnittlich 11.250 Euro wurden 2017 für einen Gebrauchtwagen ausgegeben, für einen Neuwagen sogar über 30.000 Euro.

Der Markt für Gebrauchte wächst

Inzwischen ist der Markt für Gebrauchtwagen so weit gewachsen, dass auch der Markenhandel Gebrauchte anbietet. Immerhin 51 Prozent der Gebrauchtwagen wurden im Jahr 2017 dort gekauft. Privat waren es rund 32 Prozent und im freien Handel nur 17 Prozent.

Erste Anlaufstelle für die Informationsbeschaffung ist und bleibt das Internet. Die vielen verschiedenen Automobilportale werben mit Vergleichen und erleichtern enorm die Recherche. Viele entscheiden sich wegen der Rechercheergebnisse für eine andere Automarke oder einen alternativen Antrieb.

5 Dinge, die beim Kauf eines Gebrauchten besonders wichtig sind

Wenn Sie sich dazu entscheiden, einen Gebrauchtwagen zu kaufen, ist es immer wichtig, sich vorher klar zu machen, welches Auto Sie benötigen, welche Anforderungen es erfüllen muss und wie der preisliche Rahmen aussieht. Unterstützung finden Sie dabei online in Foren, auf entsprechenden Portalen oder beim Händler Ihres Vertrauens. Fünf Kriterien sind besonders wichtig, wenn Sie sich mit dem Autokauf auseinandersetzen:

  1. Zuverlässigkeit
    Achten Sie auf Alter und Zustand des Wagens. Nur weil es ein älteres Modell ist, muss es nicht schlechter sein als ein jüngeres. Fragen Sie insbesondere nach der Funktionalität des Motors.
  2. Anschaffungspreis
    Wägen Sie den angebotenen Preis gut ab und fragen Sie sich, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt oder ob nicht doch noch Handlungsspielraum da ist.
  3. Aussehen/Design
    Achten Sie auf Kratzer im Lack oder Rostschäden. Diese können den Preis deutlich senken und sind in der Werkstatt teilweise leicht zu beheben.
  4. Monatliche Kosten
    Ähnlich wie beim Anschaffungspreis ist abzuwägen, ob der Wagen die Kosten wert ist und ob es nicht auch eine kostengünstigere Alternative gibt.
  5. Kraftstoffverbrauch
    Kraftstoffverbrauch und monatliche Kosten gehen an dieser Stelle Hand in Hand. Informieren Sie sich vorher, wie viel Ihr Auto verbraucht und behalten Sie die monatlichen Kosten immer fest im Blick, damit am Ende des Monats keine bösen Überraschungen auf Sie warten.

2. Ein Gebrauchter ist nur so gut wie seine Pflege

Ein Gebrauchtwagen ist in der Anschaffung meist deutlich günstiger als ein Neuwagen, dennoch gibt es bei Gebrauchten oft versteckte Kosten, die insbesondere bei schlechter Pflege sehr hoch ausfallen können. Deshalb gilt die Devise, dass das Auto immer sorgfältig gepflegt werden muss und auch die Wartungs- und Reparaturarbeiten zeitnah erledigt werden, damit diese nicht noch umfangreicher ausfallen als nötig. Generell empfiehlt es sich, dem Gebrauchten einmal mehr unter die Motorhaube zu gucken, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Je besser die Pflege, desto länger bringt der Wagen Sie sicher und zuverlässig ans Ziel.

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