Für alle Autobesitzer Pflicht: Die Kfz-Haftpflichtversicherung

Jeder Autofahrer ist dazu verpflichtet eine zu haben: Die Kfz-Haftpflichtversicherung. Erfahren Sie jetzt, was die Haftung abdeckt und wie sich die Beitragshöhe bemisst.

16.06.2014

Haftpflichtversicherung Unfall

Jeder Fahrzeugbesitzer braucht für sein Auto eine Haftpflichtversicherung. Laut § 1 des Pflichtversicherungsgesetzes ist „[d]er Halter eines Kraftfahrzeugs oder Anhängers mit regelmäßigem Standort im Inland [...] verpflichtet, für sich, den Eigentümer und den Fahrer eine Haftpflichtversicherung zur Deckung der durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursachten Personenschäden, Sachschäden und sonstigen Vermögensschäden [...] abzuschließen und aufrechtzuerhalten, wenn das Fahrzeug auf öffentlichen Wegen oder Plätzen verwendet wird.“

In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Kfz-Haftpflicht beinhaltet, welche Haftungssummen von Bedeutung sind und was weiche und harte Faktoren sind. Wir geben zudem ein Beispiel und einen Versicherungsvergleich. Fragen Sie sich, wo der Unterschied zwischen der Kfz-Versicherung und der Haftpflichtversicherung besteht? Wollen Sie wissen, welche Elemente maßgeblich auf den zu leistenden Betrag Einfluss nehmen? Lesen Sie weiter und erhalten Sie ausführliche Antworten rund um das Thema Kfz-Haftpflichtversicherung.

1. Kfz-Haftplichtversicherung oder Autoversicherung?

Eine Autoversicherung besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Zum einen aus der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung und zum anderen aus der freiwillig abschließbaren Voll- oder Teilkaskoversicherung. Während letztere die Schäden, die am eigenen Fahrzeug entstehen, abdecken, bezieht sich die Haftpflicht auf Schäden anderer Autos und Personen und deckt hier die Schadensersatzansprüche ab. Dies ist zum Beispiel bei einem Unfall wichtig, wenn der Fahrzeugführer die Schuld trägt.

Nach § 7 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) haftet jedoch nicht nur der Fahrer, sondern auch der Besitzer des Wagens. Kommt es zu einem Unfall, übernimmt die Versicherung anstelle des Besitzers die Haftung und kommt für die Schadensersatzansprüche auf. Die Haftungssummen sind per Gesetz vorgeschrieben:

Haftungssumme

  • Personenschaden: 7,5 Millionen Euro
  • Sachschaden: 1 Million Euro
  • Vermögensschaden: 50.000 Euro

Personenschäden beinhalten zum Beispiel: Heilungskosten, Schmerzensgeld oder Invalidenrenten. Sachschäden sind durch Reparaturen von Autos oder anderen Objekten wie Verkehrsschilder charakterisiert. Wer sich als Fahrzeugbesitzer nicht haftpflichtversichert, muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe rechnen (§ 6 Abs. 1 PflVG).

2. Faktoren die die Beitragshöhe der Haftpflicht beeinflussen

Der Anbieter der Kfz-Haftpflichtversicherung ist von jedem Fahrzeugbesitzer frei wählbar. Da die Versicherungen die Beitragshöhe selbstständig bestimmen, ergeben sich von Dienstleister zu Dienstleister große Preis- und Leistungsspannen. In der Regel ist die Haftpflicht jährlich kündbar, sodass via Kfz-Versicherungsrechner günstigere Anbieter herausgesucht werden können und ein Wechsel möglich ist. Je nach Versicherung können verschiedene Leistungen in Anspruch genommen werden. Einige Angebote beschränken sich auf die Basis-Haftpflichtversicherung, andere beinhalten zusätzliche Leistungen wie eine integrierte Kasko-Versicherung, den Kfz-Schutzbrief, der oftmals Schutz bei Unfällen und Pannen im Ausland bietet oder gleich eine Auslandsversicherung. Ebenso kann die Haftung für Schäden bei Mietwagen im Ausland übernommen werden.

In der Beitragshöhe der Haftpflichtversicherung gehen die Dienstleister nach sogenannten harten und weichen Faktoren. Die harten Faktoren richten sich nach dem Hersteller und dem Typ des Autos sowie nach seiner Regionalklasse. Dazu zählen zum Beispiel die Unfallhäufigkeit eines bestimmten Modells und die regionale Schadenshäufung (durch Diebstähle, Unwetter, etc.) am Wohnort des Besitzers.

Zu den weichen Faktoren zählen:

  • Geburtsdatum des Halters/der Versicherten
  • Abstellort des Fahrzeugs
  • Beruf des Versicherten
  • Jährliche Fahrleistung
  • Minderjährige Kinder im Haushalt
  • Anzahl der fahrenden Personen
  • Vorhandensein von Wohneigentum
  • Punkte im Verkehrszentralregister
  • Gebrauch weiterer Fahrzeuge
  • Benutzung des ÖPNV
  • Mitgliedschaft in einem Automobilclub

Die Schadenfreiheitsklasse hat ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie. Sie wird durch die Anzahl der unfallfreien Jahre des Versicherten bestimmt. Je länger dieser Zeitraum ist, umso höher ist der Schadenfreiheitsrabatt. Eine Zurückstufung in eine schlechtere Klasse erfolgt nach einem Schaden, damit steigt auch der Beitrag an.

3. Unser Versicherungsbeispiel

Die Höhe des jährlichen Beitrags für eine Haftpflichtversicherung kann durch die unterschiedlichen einflussnehmenden Faktoren sehr stark variieren. Während der eine Besitzer jährlich knapp 200,- Euro inklusive Schutzbrief und Kasko-Versicherung bezahlt, hat ein anderer Kosten von 1500,- Euro ohne zusätzliche Leistungen. In unserem Beispiel von März 2014 wird deutlich, wie sich die einzelnen Beträge für dieselbe Person mit demselben Fahrzeug innerhalb der Anbieter gestalten.

Fahrzeug

  • Modell: Ford Focus Turnier 1.0
  • Kraftstoff: Benzin
  • Klasse: Kombi, 4/5-Türer
  • Leistung: 125 PS
  • Baujahr: 2012
  • Erstzulassung: 02.03.2012
  • Neuwert: ca. 18.000 Euro

Benutzung

  • Gebrauchtwagen, Kauf auf Kredit
  • ausschließlich private Nutzung
  • steht nachts auf öffentlicher Straße
  • jährl. Fahrleistung von 50.000km

Versicherter

  • männlich, *02.10.1970
  • verheiratet, 1 Kind (*2010)
  • angestellter Steuerberater
  • Führerschein 1990 erworben

Versicherung

  • Basis-Versicherung ohne Kasko und Extras
  • jährl. Beitragszahlung

Die Höhe der günstigsten Versicherungen beträgt in unserem Beispiel 748,66 Euro (AllSecur), 864,98 Euro (R+V24), 894,15 Euro (bavariaDirekt) oder 971,69 Euro (DA direkt). Teurer wird es mit anderen Anbietern: 1.436,98 Euro (AdmiralDirekt), 1.237,47 Euro (KRAVAG) oder 1.233,24 Euro (Axa).

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