Zurück zum Führerschein mit der MPU

Um den Führerschein zurückzuerlangen, ist eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung nötig. Hier erfahren Sie mehr zu Kosten, Fragen und Rechten rund um das Thema MPU.

05.10.2017

MPU

Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (kurz MPU) ist die „Begutachtung der Fahreignung“, die zur Wiedererlangung des eingezogenen Führerscheins notwendig ist. Die Untersuchung ermöglicht der Fahrerlaubnisbehörde, eine Entscheidung über die Entziehung oder Neuerteilung des Führerscheins zu treffen. Lesen Sie in diesem exklusiven Ratgeber alle Details rund um die Eignungsuntersuchung und erfahren Sie, wie Sie sich am besten darauf vorbereiten können.

Das positive Gutachten der Untersuchung ist die Grundvoraussetzung, den Führerschein zurück zu bekommen. Wenn Autofahrer eine Gefährdung für den Straßenverkehr darstellen, wird der Medizinisch-Psychologische Test oder auch „Idiotentest“ angeordnet, um Verhaltensweisen zu reflektieren und zu ändern und damit weitere mögliche Gefahrenquellen im Straßenverkehr zu eliminieren. Dafür sind Aufbau und Ablauf der Untersuchung.

Vom Testen der Reaktionsfähigkeit über Drogenscreenings bis hin zu intensiven Gesprächen über vergangenes und zukünftiges Verhalten werden in der Untersuchung relevante Gebiete in Augenschein genommen. Je nach Vergehen passen sich die Fragen, Tests und Analysen dem Verkehrssünder an. Wie hoch die Kosten einer Untersuchung sind, wie Sie sich am besten auf die Untersuchung vorbereiten und welche Schritte eingeleitet werden müssen, wenn das Gutachten negativ ausfällt, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen.

1. Gründe zur Anordnung einer MPU

Die Durchführung einer MPU wird von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet. Erst wenn ein positives Gutachten vorliegt, kann dem Antrag auf eine Erneuerung des Führerscheins stattgegeben werden. Da die Medizinisch-Psychologische Untersuchung Prognosen über das zukünftige Verhalten des Verkehrsteilnehmers liefert, kann bei einer negativen Einschätzung durch die Verkehrspsychologen keine stabile Einstellungsveränderung des Autofahrers und damit keine Unfallfreiheit gewährleistet werden.

  • Blutalkoholkonzentration von mind. 1,6 Promille
  • Auffälligkeiten im Straßenverkehr durch Alkohol/Betäubungsmittel
  • 8 Punkte (oder mehr) in Flensburg
  • nach Auffälligkeiten während der Fahrerlaubnisprüfung
  • nach Straftaten, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehen
  • nach Straftaten, die im Zusammenhang mit der Kraftfahrereignung stehen
  • nach Straftaten, die ein hohes Aggressionspotenzial aufweisen
  • wenn die Fahrerlaubnis wiederholt entzogen wurde

Führerscheinentzug wegen Alkohol

Das Zellgift Alkohol (Ethanol) gelangt innerhalb kürzester Zeit in die Blutbahn und darüber in den gesamten Körper. Im Gehirn wird die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen stark verändert.

Die Folgen: Entfernungen können nicht mehr richtig eingeschätzt werden, das Blickfeld verringert sich, Reaktionszeiten langsamer und unkoordinierter und das Urteilsvermögen abgeschwächt. Die Zeit, die die Leber zum Abbau von Alkohol braucht, beträgt für 0,1 - 0,2 Promille circa eine Stunde.

Wenn Sie also ein Mann von 85 kg sind und zwei Bier (0,33l) getrunken haben, dürfen Sie sich erst in drei Stunden wieder ans Steuer setzen. Ist das Zellgift noch nicht abgebaut, kann es eine verheerende Wirkung haben, während dieser Zeit ein Fahrzeug zu führen. Kommt es zu einem Unfall oder sind Sie wiederholt alkoholisiert am Steuer erwischt worden, kommt es zum Führerscheinentzug durch Alkohol. Zudem müssen Sie eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung absolvieren, um die Fahrerlaubnis zurückzubekommen.

Ab wieviel Promille wird eine MPU verordnet?

Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Im Strafgesetzbuch § 316 („Trunkenheit im Verkehr) steht, dass jemand, der „[...] im Verkehr [...] ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft [...]“. Selbst wenn keine Gefährdung des Straßenverkehrs ausgeht, wird die Handlung an sich bestraft, da Sie sich selbst und andere gefährden könnten.

Ab wie viel Promille die MPU fällig ist, ist bei vielen Fahrzeugbesitzern unklar. Es gelten in Deutschland bestimmte Promillegrenzen, in der Fachsprache als „maximal tolerierte Intoxikation mit Alkohol“ bezeichnet.

  • Ein absolutes Alkoholverbot gilt für Fahranfänger, Fahrern unter 21 Jahren und Fahrer mit Personenbeförderungsschein.
  • Sind 0,3 Promille im Blut nachweisbar und verursachte der Fahrer einen Verkehrsunfall, kommt es zum Führerscheinentzug.
  • Bei 0,5 Promille erhält der Verkehrssünder Fahrverbot.
  • Bei 1,1 Promille fängt die absolute Fahruntüchtigkeit an. Hier müssen Sie mit dem Entzug der Fahrerlaubnis, Punkten im Fahreignungsregister und einem Bußgeld von 500 Euro.
  • Spätestens ab 1,6 Promille wird die MPU fällig.

Doch auch wenn mehrmals 0,5 Promille oder mehr im Blut nachgewiesen werden, während Sie ein Fahrzeug führten, wird Ihnen der Führerschein entzogen und die MPU angeordnet.

Wegen Drogen zur MPU

Wird ein Fahrzeugführer aufgrund von Drogeneinfluss auffällig im Straßenverkehr, wird in jedem Fall eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung angeordnet. Das gilt besonders, wenn der widerrechtliche Besitz, die Einnahme von Betäubungsmitteln oder die missbräuchliche Einnahme psychoaktiver Arzneimittel vorliegen. Die Anordnung der MPU erfolgt durch die Fahrerlaubnisbehörde, wenn der Führerschein aus diesen Gründen entzogen ist und eine mögliche Abhängigkeit geklärt werden soll.

Dabei werden jedoch „harte“ und „weiche“ Drogen voneinander unterschieden: Bei schweren Drogen wie Ecstasy, Heroin oder Kokain genügt der einmalige Konsum und es ist der Nachweis einer einjährigen Abstinenz erforderlich, um die MPU zu bestehen.

Bei leichten Drogen, zu denen Cannabis zählt, sind die Regelungen weniger strikt. Bei einem gelegentlichen Konsum oder weniger kann der Gutachter den Nachweiszeitraum auf ein halbes Jahr verkürzen – wenn nicht parallel ein zusätzlicher Alkoholkonsum oder der einer harten Droge vorliegt.

2. Vorbereitung zur MPU

MPU Untersuchung

Ist der Führerschein entzogen und eine Prüfung des Risiko-Potentials angeordnet, sollten sich die Betreffenden nach der Anmeldung gut auf die Untersuchung vorbereiten.

Hierfür bestehen mehrere Möglichkeiten:

  • Dadurch, dass es keine einheitlichen Standards und gesetzlich geregelte Qualitätskontrollen für Vorbereitungskurse gibt, kann jeder Fahrschullehrer oder ehemalige Betroffene ein solches Seminar abhalten.
  • Auch in Foren im Internet oder durch verschiedene Unternehmen, wie der Impuls GmbH, oder die IVT-Hö (Individualpsychologisch-heilkundliche Verkehrstherapie der verkehrspsychologischen und psychotherapeutischen Praxis Dr. German und Petra Höcher) können Sie sich auf die bevorstehende Untersuchung vorbereiten.

Verkehrspsychologische Beratung im Vorfeld

In der Regel wird empfohlen, für die Vorbereitung zur MPU eine verkehrspsychologische Beratungsstelle aufzusuchen. Die Sperrfrist bis zur MPU sollte daher effektiv genutzt werden, um sich mit dem eigenen Verhalten und den Ursachen dafür auseinanderzusetzen und sich dafür professionelle Hilfe zu holen. Liegt noch kein Führerscheinentzug vor und Sie haben noch keine acht Punkte in Flensburg erreicht, so haben Sie die Möglichkeit, durch die Teilnahme an einem Aufbauseminar und der verkehrspsychologischen Beratung einen Punkt von Ihrem Konto abziehen zu lassen. Allerdings ist dies nur alle fünf Jahre möglich. Generell ist es auch möglich, statt eines Verkehrs- einen allgemeinen Psychologen oder andere Anlaufstellen mit MPU-Beratern wie Fahrschulen aufzusuchen. Diese sind meist preisgünstiger und daher sehr reizvoll. Allerdings besitzt ein renommierter Verkehrspsychologe meist weitreichende MPU Erfahrungen und eine genaue Kenntnis über deren Ablauf und Inhalt. Dementsprechend kann er Sie besser darauf vorbereiten.

MPU Software

Eine weit verbreitete Möglichkeit zur Vorbereitung ist die MPU Software. Diese ist meist über das Internet käuflich zu erwerben und bieten Ihnen eine umfangreiche Vorbereitung auf den Termin in der von Ihnen gewählten Prüfstelle. Die MPU-Software beinhaltet meist folgende Funktionen:

  • Allgemeine Fragen und FAQ´s
  • Gutachten, Gesetze und Urteile rund um die MPU
  • Aktuelles Verkehrswissen
  • Fragebögen zur individuellen Durchführung
  • Übliche Fragen von Verkehrspsychologen
  • Interaktive Tests wie Fahrspursimulator, Reaktionstest oder Figurenvergleichstest
  • Multiple-Choice-Fragen

3. Aufbau und Ablauf der Untersuchung

Die Untersuchung dauert in der Regel etwa drei bis vier Stunden und besteht aus drei Teilen. Sie wird von Spezialisten für Verkehrspsychologie oder verkehrspsychologischen Beratern durchgeführt. Während des Ablaufes soll das problematische Verhalten des Fahrers analysiert und Lösungsansätze beziehungsweise Verhaltensänderungen für das zukünftige Vermeiden von Auffälligkeiten im Straßenverkehr entwickelt und geplant werden.

  1. Medizinische Untersuchung
  2. In diesem Bereich werden Erkrankungen, die verkehrsrechtliche Folgen haben können und Alkohol- oder Drogenmissbrauch, bzw. -abhängigkeit geprüft. Dazu zählen neben der Befragung zur medizinischen Vorgeschichte auch die körperliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Blutabnahme, Haaranalyse, Untersuchung der Leberwerte und ein Drogenscreening.

  3. Psychologische Untersuchung
  4. Im psychologischen Teil wird das Fehlverhalten mitsamt seiner Ursachen analysiert, Konsequenzen gezogen, das zukünftige Verhalten beleuchtet und Vorsätze besprochen. Das Gespräch wird für das MPU Gutachten dabei auf einem Computer aufgezeichnet.

  5. Leistungsdiagnostik
  6. Bei der Leistungsdiagnostik werden Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit getestet. Die Anzahl und die Art der durchgeführten Tests hängen von der Untersuchungsfragestellung ab. Zu den Fragen, die häufig gestellt werden, gehören zum Beispiel „Seit wann sind Sie im Besitz des Führerscheins?“ oder „Wie viele Kilometer haben Sie aktiv am Straßenverkehr teilgenommen?“. Dabei zählt weniger die korrekte Antwort, sondern das Antwortverhalten.

4. MPU Fragen und Antworten

MPU Test

Einen einheitlichen Katalog für die MPU-Testfragen gibt es nicht. Die Fragebögen dienen einzig der Vorbereitung auf den medizinischen und psychologischen Teil der Überprüfung. Aufgrund Ihrer Angaben haben die Mediziner und Psychologen eine Grundlage, um die Ursachen Ihres Fehlverhaltens zu erläutern. Demnach richten sich die Fragen, welche Ihnen schriftlich vorgelegt werden, nach der Art Ihres Vergehens. Sind Sie wegen Trunkenheit am Steuer aufgefallen, so werden Sie Fragen zu Ihrem Trinkverhalten beantworten müssen. Überlegen Sie selbst, wie es dazu gekommen ist, dass Sie sich trotz eines erhöhten Promillespiegels hinter das Lenkrad gesetzt haben. Auch sollten Sie daran denken, warum Sie sich in dieser Situation nicht anders entschieden haben. Sie sollten die Schuld nicht bei anderen suchen oder gar den Vorfall verharmlosen, da dies darauf hindeutet, dass Sie dieses Verhalten wiederholen könnten. Beweisen Sie, dass Sie sich mit ihrem Fehlverhalten auseinandergesetzt haben. Der Gutachter fordert von Ihnen konkrete Antworten. Ausflüchte und auswendig Gelerntes werden zu einer negativen Einschätzung Ihrer Verhaltensprognose führen.

5. MPU berechtigte Organisationen

Zwar kann jeder kompetente Partner zur Vorbereitung auf die Untersuchung helfen, es ist jedoch nicht jeder dazu berechtigt, das MPU Gutachten als Vorlage bei der Fahrerlaubnisbehörde zu erstellen. Anbieter müssen amtlich anerkannt sein und die Anforderungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erfüllen. Dazu zählt beispielsweise, ob die Begutachtung nach bundesweit einheitlichen Kriterien stattfindet, ob der Gutachter seiner Fortbildungspflicht nachkommt oder ob die räumliche und sachliche Ausstattung einer Beratungsstelle gegeben ist. Derzeit sind 15 Organisationen berechtigt, die MPU durchzuführen:

  • TÜV Süd Life Service GmbH
  • Absolut Diagnostics GmbH
  • AVUS Gmbh
  • DEKRA e.V. Dresden
  • TÜV Thüringen e.V.
  • ABV GmbH
  • prima-mpu Gmbh
  • BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH
  • IAS Institut für Arbeits- und Sozialhygiene Stiftung
  • TÜV Nord Mobilität GmbH & Co. KG
  • MPUmax GmbH
  • IBBK GmbH
  • Universitätsklinikum Heidelberg – Institut für Rechts- u. Verkehrsmedizin
  • ProSecur GmbH
  • TÜV Hessen GmbH

(Stand: Januar 2016)

6. Kosten einer Untersuchung

MPU Statistik

Die Kosten, die der Teilnehmer alleine zu tragen hat, sind bundeseinheitlich geregelt. Dabei sind die Gebühren vom Vergehen und von den erforderlichen Fragestellungen abhängig. Die festgelegten Gebühren sind in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt), Anlage zu § 1, 3. Abschnitt, zu finden. Im Internet werden Sie leicht Angebote finden, mit denen Sie sich angeblich auf den Idiotentest kostenlos sowie mit Bestehensgarantie vorbereiten können. Dabei dürfen Sie nicht vergessen, dass eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung eine sehr individuelle Angelegenheit ist. Wird Ihnen das Bestehen kostenlos garantiert, sollten Sie misstrauisch werden und sich nach einem anderen Anbieter umsehen.

Die Kosten in Deutschland belaufen sich auf:

  • bei körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen: 204,00 Euro
  • bei neurologisch-psychiatrischen Beeinträchtigungen: 289,00 Euro
  • bei Auffälligkeiten während der Fahrerlaubnisprüfung: 220,00 Euro
  • bei allgemeinen Auffälligkeiten: 292,00 Euro
  • bei Alkoholauffälligkeiten: 338,00 Euro
  • bei Betäubungsmittel- und Medikamentenauffälligkeiten: 338,00 Euro
  • zusätzl. Drogenscreening: 128,00 Euro
  • Nachuntersuchung: 1/2 bis 2/3 der jeweiligen Gebühr

7. MPU Durchfallquote

Die Bezeichnung „Idiotentest“ lässt eine einfache Prüfung erahnen, allerdings ist sie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Zwar ist die MPU Durchfallquote laut Statistik in den letzten Jahren gesunken, von etwa 50% auf mittlerweile nur noch ein Drittel. Unter den Verkehrssündern, die nicht bestehen, haben sich allerdings 90% kaum oder gar nicht auf die Untersuchung vorbereitet. Wer sich also genau damit auseinandersetzt, was auf ihn zukommt, der hat gute Chancen, seinen Führerschein zurückzubekommen.

Negatives Gutachten

Erhalten Sie nach der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung ein negatives Ergebnis, sollten Sie den Antrag auf Neuerteilung des Führerscheins zurückziehen. Denn Sie sind nicht verpflichtet, das negative Gutachten der Fahrerlaubnisbehörde vorzulegen. Es gibt keine Fristen, die bis zu einer erneuten Untersuchung eingehalten werden müssen, jedoch sollten Sie sich an die mitgelieferten Empfehlungen des Gutachters halten. Diese sehen in der Regel eine Wartezeit von sechs Monaten vor, bevor Sie sich zur nächsten MPU anmelden. In dieser Zeit sollten Sie die Hinweise des Prüfers befolgen, damit Sie gut auf eine Wiederholung vorbereitet sind.

MPU wiederholen wie oft?

Laut Gesetz gibt es keine Regelung, wie oft Sie eine MPU wiederholen können. Eine Anmeldung kann jederzeit stattfinden, jedoch ist es nicht ratsam, eine MPU sofort zu wiederholen. Zum Einen resultiert dies daraus, dass die Gründe für ein negatives Gutachten wahrscheinlich immer noch bestehen und Sie mit hoher Sicherheit wieder durchfallen werden. Zum Anderen wird auch der Prüfer Sie noch kritischer begutachten, ob Sie wirklich Konsequenzen aus Ihrem Fehlverhalten gezogen haben.

8. MPU im Ausland

MPU Ausland

Wem in Deutschland die Fahrerlaubnis entzogen wird, kann aufgrund der Lücken in der deutschen Rechtsprechung die zur Wiedererlangung erforderliche MPU im Ausland absolvieren oder sogar durch einen Neuerwerb eines ausländischen Führerscheins umgehen.

Gutachten aus dem Ausland

Während das österreichische MPU-Pendant VPU nicht als gleichwertig anerkannt wird, bieten sich jedoch in Polen oder Tschechien Alternativen. Die MPU in Tschechien zum Beispiel läuft über diverse Anbieter. Sie wird von einem vereidigten Gerichtspsychologen abgehalten und der komplette Ablauf nimmt in der Regel circa vier Stunden in Anspruch. Hinzu kommt die intensive Vorbereitung in einer Gruppe, sodass eine hohe Bestehensrate garantiert werden kann. Oftmals wird die MPU im Ausland anerkannt. Aufgrund der fehlenden Regelungen besteht jedoch die Gefahr, dass die deutschen Behörden ein positives Gutachten für ungültig erklären.

EU-Führerschein aus dem Ausland

Um die Untersuchung zu umgehen, wird in einigen Fällen eine erneute Führerscheinprüfung im europäischen Ausland absolviert. Laut einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofes ist es seit 2004 möglich, im Ausland erworbene EU-Führerscheine hierzulande anerkennen zu lassen. Damit bietet sich auch die Möglichkeit, den alten Führerschein nicht neu beantragen zu müssen und so auf die MPU mit ihren verschiedenen Fragenstellungen zu verzichten. Dieser sogenannte „Führerscheintourismus“ birgt jedoch einen großen Nachteil: Der Prüfling muss nachweisen, dass er mindestens 185 Tage in dem jeweiligen Land wohnt. Zwar stellen einige Führerschein-Anbieter diesen Nachweis aus, jedoch können Sie für diese Fälschung rechtlich belangt werden und müssen unter Umständen den Führerschein abgeben.

Kosten für MPU im Ausland

Die Kosten für die MPU im Ausland variieren je nach Anbieter. Inklusive einer Bestehens-Garantie – das impliziert die Übernahme der kompletten Kosten einer zweiten Untersuchung – belaufen sich die Kosten bei einem Anbieter auf 2.700 Euro. Ein neuer Führerschein ist deshalb für viele die kostengünstigere Alternative. In Polen, Tschechien und den Niederlanden kann dieser von 300 bis 2.500 Euro kosten, teilweise müssen aber noch Reise- und/oder Dolmetscherkosten einberechnet werden. Bei manchen Anbietern ist der Wohnortnachweis inbegriffen, jedoch ist aufgrund der gesetzlichen Grundlage und der hohen Kosten davon abzuraten.

9. Was geschieht nach der MPU?

Kommt Ihr Gutachter zu dem Entschluss, dass Sie sich selbst richtig einschätzen und auch ein Bewusstsein über Ihr Delikt sowie die Rückfallmöglichkeit entwickelt haben, wird sein Urteil vermutlich positiv ausfallen. Er wird nun gemeinsam mit dem Arzt, der Sie untersucht hat die Ergebnisse aller Tests durchsprechen und ein Urteil fällen. Den Bescheid erhalten Sie in der Regel binnen 14 Tagen zugesandt. Achten Sie darauf, dass Sie das Gutachten persönlich nach Hause geschickt bekommen. Denn im Falle eines negativen Urteils müssen Sie das der Führerscheinstelle nicht mitteilen und können den Antrag einfach zurückziehen. Im positiven Fall reichen Sie Ihr Gutachten bei der Behörde ein und Sie erhalten Ihren Führerschein zurück.

10. MPU Gutachten anfechten

MPU Ausland

Die zuständigen Mediziner und Psychologen fertigen das MPU-Gutachten nach bestem Wissen und Gewissen an. Doch ist niemand unfehlbar und möglicherweise unterlaufen auch den Prüfern Fehler, sodass Sie Ihr MPU-Gutachten anfechten können. Grundsätzlich können Sie jedes Gutachten anfechten, wenn es widersprüchlich oder fehlerhaft ist. Die Begutachtungsstelle muss in jedem Falle zu Ihrer Stellungnahme reagieren. Argumentieren Sie dabei immer strukturiert und nüchtern. Von den drei Teilen, aus denen die Untersuchung besteht, kann nur der psychologische Teil durch einen Anwalt angefochten werden. Wollen Sie einen MPU-Anwalt einschalten, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass das Anfechten eines MPU Gutachtens wenig Aussicht auf Erfolg hat. Zusätzliche Zeit und finanzielle Mittel müssen für diesen Weg aufgebracht werden. Erst bei Vorlage des negativen Gutachtens bei der Führerscheinstelle und der Ablehnung Ihres Antrages, können Sie den Rechtsweg beschreiten. Eine andere und elegantere Variante, Ihr MPU Gutachten anzufechten ist die Erstellung eines Zweitgutachtens.

11. MPU Verjährung

MPU Verjährung

Jeder, der viel lieber auf das MPU Verjährung-Gesetz setzen möchte, anstatt zur MPU anzutreten, muss hierfür einiges wissen. Denn jedem, der diesen Weg beschreiten möchte, wird ein Höchstmaß an Geduld abverlangt. Dies beginnt bereits damit, dass die eigentliche Verjährung der MPU erst fünf Jahre nach dem Führerscheinentzug beginnt, solange Ihnen keine neue Fahrerlaubnis erteilt wird. Wenn Ihnen beispielsweise der Führerschein im Jahr 2015 entzogen wird, müssen Sie zunächst fünf Jahre warten. Das heißt, dass der bürokratische Prozess der MPU Verjährung erst ab dem Jahr 2020 läuft. Wer nun denkt, den längsten Teil abgewartet zu haben, irrt. Die eigentliche Verjährung der MPU dauert zehn Jahre. Dies wiederum bedeutet, wenn Ihnen Ihr Führerschein 2015 abgenommen wird und die MPU Verjährungsfrist ab 2020 beginnt, dass Sie Ihren Führerschein im Jahr 2030 ohne Umschweife zurückerhalten.

Sie sollten dabei jedoch beachten, dass diese Fristen von Neuem beginnen, wenn Sie in der Zwischenzeit bei einer MPU durchfallen. Wenn Ihnen also 2015 der Führerschein abgenommen wird und Sie 2017 bei einer MPU durchfallen, beginnt ab diesem Zeitpunkt erneut erst die Fünfjahres- und anschließend die Zehnjahresfrist zu wirken. Auf diese Weise entpuppt sich das vermeintlich einfache Abwarten einer MPU Verjährung als ausgesprochen zeit- und nervenaufwändig. Schneller und einfacher erhalten Sie demnach Ihren Führerschein zurück, wenn Sie sich gut vorbereitet einer MPU stellen.

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