Wichtig beim Autokauf und -verkauf: Die Probefahrt

Ob beim eigenen oder einem fremden Auto: Vor dem Autokauf und -verkauf sollte zur eigenen Sicherheit immer eine Probefahrt erfolgen. Erfahren Sie jetzt, worauf Sie dabei achten sollten.

15.03.2014

Probefahrt beim Autokauf und -verkauf

Ob Sie einen Autoverkauf oder seinen Erwerb planen: Eine Probefahrt ist dabei einer der wichtigsten Punkte, der auf keinen Fall unterschätzt werden darf. Auf diese Weise bekommt man ein erstes Fahrgefühl für das neue Auto oder kann den Interessenten vom Kauf überzeugen.

Doch eine ideale Probefahrt bedarf im Vorfeld sowohl beim Verkäufer als auch beim neuen Besitzer einer gründlichen Vorbereitung und Organisation. In unserem Magazin erfahren Sie, wie Sie die Fahrt am besten planen und worauf Sie besonders achten sollten. Zudem klären wir über die beste Fahrtstrecke und über die wichtigsten Haftungsgrundlagen auf, damit Sie im Falle eines Missgeschickes oder eines Zusammenstoßes rechtlich abgesichert sind. Ob Sie nun ein Auto kaufen oder verkaufen, mit unserer Checkliste für die Probefahrt haben Sie alle relevanten Punkte auf einen Blick.

1. Autoverkauf: Die Probefahrt mit dem potentiellen Käufer

Die Vorbereitung: Wenn Sie Ihr Auto verkaufen wollen und dazu ein Inserat geschaltet haben, werden sich unter Umständen viele Interessenten melden. Hier ist zunächst Organisationstalent gefragt, denn die Termine mit den Käufern müssen koordiniert werden – es empfiehlt sich, für jede Besichtigung mindestens eine dreiviertel Stunde einzuplanen, wovon die Probefahrt etwa 2/3 einnehmen sollte. Doch bevor der Interessent erscheint, sollte der Wagen gründlich gesäubert und persönliche Gegenstände ausgeräumt werden. Fällt die Sauberkeit des PKWs beim ersten Eindruck auf, erhöht dies nicht nur den Gebrauchtwagenpreis, sondern lässt den Käufer unbewusst sorgsamer mit dem Fahrzeug umgehen.

Sammeln Sie die wichtigsten Dokumente wie Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, Bescheinigungen der letzten HU- und AU-Untersuchung, Rechnungen, Belege und Service-Heft zusammen, damit Sie diese auf Verlangen sofort vorzeigen können. Ebenfalls sollten Sie bereits eine Erklärung vorbereitet haben, die die Haftungsgrundlagen konkret festlegt. Solche Vordrucke sind kostenlos im Internet zu erhalten und müssen nur noch von beiden Parteien ausgefüllt und unterzeichnet werden – idealerweise mit Dauer und Strecke der Probefahrt. Letztere sollte im Vorfeld so geplant werden, dass sie möglichst viele verschiedene Abschnitte beinhaltet. So kann der Wagen sowohl auf der Autobahn als auch auf Landstraßen und Feldwegen getestet werden.

  • Wagen aufbereiten
  • ca. 20-30 Minuten pro Fahrt einplanen
  • alle relevanten Dokumente bereit halten
  • „Vereinbarung über eine Probefahrt" vorbereiten
  • Strecke planen

Die Fahrt: Ist die Vorbereitung abgeschlossen und der Interessent vor Ort und bereit zur Probefahrt, sollte zum einen die Vereinbarung ausgefüllt werden, zum anderen müssen Sie sich vor der Fahrt Führerschein und Personalausweis zeigen lassen.

Kann keine Fahrerlaubnis vorgelegt werden und Sie lassen den Kaufwilligen dennoch probefahren, machen Sie sich laut StvG § 21 Abs. (1) 2 strafbar und können zu einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe verurteilt werden.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Interessenten alleine fahren zu lassen, klären Sie ihn im Vorfeld über mögliche Eigenheiten auf, da Sie andernfalls des Täuschungsversuchs bezichtigt werden können. Lassen Sie sich einen Pfand, wie etwa den Personalausweis, aushändigen und vereinbaren Sie ein Zeitlimit. Die Fahrt selbst sollte idealerweise am Tag stattfinden und außerhalb der Hauptverkehrszeiten, sodass sich der Käufer besser auf das Auto konzentrieren kann. Wenn Sie zusammen mit dem Fahrer die Probefahrt vollziehen, können Sie nebenbei wichtige Fragen beantworten, spezielle Handhabungen erklären und auf eine sichere Fahrweise achten. Denn fährt Ihnen der Interessent zu riskant, haben Sie das Recht, die Fahrt abzubrechen. Werden Bußgeldbescheide fällig, können Sie anhand der vorherigen Vereinbarung beweisen, dass es sich um eine Probefahrt handelte und Sie nicht der Fahrzeugführer waren.

  • Vereinbarung ausfüllen
  • Führerschein prüfen
  • mögliche Eigenheiten erwähnen
  • Pfand geben lassen
  • Zeitlimit setzen

2. Wenn Sie der Käufer sind: Probefahrt mit dem Wunschauto

Wenn Sie derjenige sind, der eine Probefahrt in Anspruch nehmen will, muss der Fokus auf andere Aspekte gelegt werden. Zwar ist hier ebenfalls die richtige Tages- und Verkehrszeit wichtig, aber der Blick sollte speziell auf die Funktionen, wie blinken, kuppeln oder bremsen, während der Fahrt gerichtet sein. Im Vorfeld müssen die Details des Fahrzeugs begutachtet werden: Achten Sie auf das Zulassungsjahr, den Kilometerstand, wann die nächste HU fällig ist und ob Besonderheiten angegeben worden sind. Sie können vor dem Termin anhand der Basisdaten den durchschnittlichen Wert des Fahrzeugs ermitteln, um ihn mit dem angegebenen Preis zu vergleichen.

Bevor es zur Probefahrt kommt, prüfen Sie die Vorlage, die Ihnen ausgehändigt werden sollte. Normalerweise beinhaltet diese eine Befreiung des Interessenten von jeglichen Haftungsansprüchen, solange keine grobe Fahrlässigkeit oder vorsätzliches Handeln vorliegt. Im Auto ist es ratsam, zuerst Sitze, Hupe und Spiegel zu überprüfen. Wenn die Fahrt losgeht, achten Sie auf die Kupplung – ist ein Rasseln zu hören, ist vermutlich das Kupplungsdrucklager defekt, nehmen Sie ein Kratzen bei der Gangschaltung wahr, ist deren Ursache wahrscheinlich auf verschlissene Synchronringe zurückzuführen.

Einen beschädigten Katalysator erkennt man zum Beispiel am klappernden Auspuff. Testen Sie alle Leuchten und Kontrolllampen und führen Sie einen Brems-Check durch: Auf unbefahrenen Straßen sollten die Bremsen getestet werden. Dazu treten Sie das Bremspedal bei Tempo 40 und lassen das Lenkrad los. Der Wagen darf nicht ausbrechen, ansonsten müssen Sie die Bremsscheiben, -beläge oder der Bremskolben ausgetauscht werden. Wenn Sie die Handbremse bei Schritttempo anziehen, sollten die Hinterräder bei intakten Bremsbelägen und Handbremsseilen sofort blockieren. Die Lenkung darf ohne Führung nicht nach rechts oder links ziehen und auch die Elektrik sollte gründlich geprüft werden: Dazu gehören Blinker, Fensterheber, Radio und Ähnliches.

  • Vereinbarung überprüfen
  • Bedienungs-Check (Kupplung, Sitz, Hupe, Spiegel etc. testen)
  • Betriebsstoff-Check (Stand Motoröl, Kühlwasser, Bremsflüssigkeit)
  • Kontrolllampen- & Kupplungs-Check
  • Spur-Check (Testen der Lenkung bei gerader Spur)
  • Brems-Check (Vollbremsung)
  • Elektrik-Check (Testen von Radio, Blinker, Fensterhebern etc.)
  • Durchschalten und Vollgas-Check
  • ABS- & Lenkgetriebe-Check

3. Keine Lust auf Probefahrt?

Da Autoverkäufer in der Regel relativ viel Zeit und Energie für eine Probefahrt aufbringen müssen und diese auch nicht immer ganz risikolos abläuft, scheuen sich viele davor. In einem solchen Fall können Sie mit Ihrem Gebrauchtwagen zu wirkaufendeinauto.de kommen und den Gebrauchtwagen ankauf unkompliziert von uns durchführen lassen. So umgehen Sie nicht nur anstrengende Probefahrten, sondern erhalten zusätzlich eine professionelle & kostenlose Autobewertung und einen fairen Preis. Sie brauchen dann nicht zu befürchten, dass der Kaufinteressent nach der Probefahrt nicht wieder auftaucht oder einen Unfall baut.

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