Die wichtigsten Tipps für das Beladen eines Autos

Auf wirkaufendeinauto.de findest Du alles Wichtige zum Thema Ladungssicherung. Erfahre, welche Regeln es gibt und was beim Beladen eines Autos zu beachten ist.

20.08.2018

Tipps zum Beladen des Autos

So gut wie jeder Autofahrer steht irgendwann vor der Herausforderung, etwas mit seinem Fahrzeug von A nach B zu transportieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich beispielsweise um einen Großeinkauf beim Baumarkt handelt oder um sperrige Haushaltsgeräte beziehungsweise Möbel. Andere nutzen das private Auto für einen Umzug oder fahren mit zahlreichen Gepäckstücken im Kofferraum in den Urlaub. Dabei unterschätzen viele Verkehrsteilnehmer, wie wichtig eine gute Ladungssicherung ist.

Doch welche Bestimmungen gibt es überhaupt für das Beladen eines Autos? In diesem Ratgeber erläutert wirkaufendeinauto.de, weshalb die Sicherung einer Ladung im Auto sinnvoll ist und welche Vorschriften diesbezüglich existieren. Anschließend erklären wir, was bei Transport von Objekten zu bedenken ist.

1. Warum ist eine ordnungsgemäße Ladungssicherung notwendig?

Der Aspekt der Ladungssicherung wird von vielen Fahrzeugführern nicht bedacht, da sie die zu transportierenden Gegenstände nicht als potenzielle Gefahr erachten. Die Realität sieht jedoch anders aus. Auch kompakte und relativ leichte Objekte richten bei einem Unfall unter Umständen schwere Schäden an.

Wie groß die Wucht eines Objekts ausfällt, hängt im Wesentlichen von der Aufprallgeschwindigkeit ab und lässt sich leicht berechnen. Dazu multiplizierst Du das Gewicht des Gegenstandes mit dem Tempo, welches das Auto zum Zeitpunkt des Aufpralls hat. Somit zeigt sich relativ schnell, dass hier große Kräfte wirken. Ein 300 Gramm schweres Smartphone entwickelt sich bei einem Tempo von 100 Kilometern je Stunde schnell zu einem tödlichen Geschoss mit einem Massegewicht von etwa 30 Kilogramm.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten eines Autos geht selbst von vermeintlich harmlosen Gegenständen eine Gefahr aus. Dabei gilt: Je größer das Gewicht, desto extremer fällt der der Effekt aus. Deswegen ist eine ordnungsgemäße Ladungssicherung von enormer Wichtigkeit.

2. Gesetzliche Regelungen für Transporte mit dem Auto

Welche Objekte für den Transport in einem Kraftfahrzeug zulässig sind, wird in Paragraph 22, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung geklärt. Allerdings bleibt der Gesetzgeber relativ unkonkret. In der Praxis bedeutet die Vorschrift, dass es hinsichtlich der zu transportierenden Gegenstände keine allzu großen Einschränkungen gibt. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Fracht ausreichend nach den Regeln der StVO gesichert wird. Eine wichtige Ausnahme existiert jedoch: Das Befördern von Menschen im Kofferraum ist verboten.

§ 22, Absatz 1 (StVO): „Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

Wesentlich detaillierter werden die zulässigen Abmessungen der Fracht geregelt. Die maximal zulässige Breite von Pkw und Ladung beträgt 2,55 Meter und die Höhe vier Meter. Ein Herausragen der Ladung nach vorn ist bis zu einer Höhe von 2,5 Metern nicht erlaubt. Gegenstände dürfen maximal 1,5 Meter aus dem Kofferraum hinausragen. Für Strecken unter 100 Kilometer gilt eine Ausnahmeregelung, wodurch auch 3 Meter möglich sind. Dies ist tagsüber durch ein hellrotes Schild oder eine Fahne kenntlich zu machen und bei Dunkelheit durch eine rote Leuchte sowie einen Rückstrahler.

Falls Deine Ladung seitlich mehr als 40 Zentimeter über die äußere Begrenzung der Lichtaustrittsflächen hinausragt, ist dies während des Tages ebenfalls mit einem Schild und nachts mit einer Leuchte zu kennzeichnen. Die Sicherungsschilder bringst Du höchstens 1,5 Meter über der Fahrbahn an. Beim Rückstrahler gilt eine Maximalhöhe von 90 Zentimetern. Schlecht erkennbare Objekte wie Stangen oder waagerecht liegende Platten dürfen seitlich nicht überstehen.

Bußgelder: Wer seine Ladung nicht sichert, zahlt

Wenn Du gegen eine der Vorschriften verstößt, drohen zum Teil enorme Bußgelder. Wie hoch die Kosten für ein Vergehen ausfallen, ist im Bußgeldkatalog eindeutig bestimmt. Am teuersten wird es, wenn Du aufgrund einer überschrittenen Maximalhöhe die Höhenkontrolle einer Brücke oder eines Tunnels auslöst. In diesem Fall verursachst Du die Sperrung einer Fahrspur und musst 240 Euro Bußgeld zahlen. Die Strafen für ausgewählte Delikte veranschaulichen wir in der nachfolgenden Tabelle:

Ladung ist höher / breiter als zulässig:

  • keine Punkte, 20 Euro Bußgeld

Ladung wurde ohne Sicherungsmittel transportiert:

  • keine Punkte, 25 Euro Bußgeld

Seitliches Herausragen schlecht erkennbarer Gegenstände:

  • keine Punkte, 25 Euro Bußgeld

Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch unsachgemäßes Verstauen der Ladung:

  • ein Punkt, 60 Euro Bußgeld

Unfall aufgrund unsachgemäßen Verstauens der Ladung:

  • ein Punkt, 75 Euro Bußgeld

Ladung übersteigt eine Höhe von vier Metern und löst die automatische Höhenkontrolle aus (etwa bei Brücken):

  • keine Punkte, 240 Euro Bußgeld

3. Was ist sonst noch beim Beladen eines Autos zu beachten?

Wenn Du Deine Ladung nicht vorschriftsgemäß sicherst, riskierst Du sowohl Deine eigene Unversehrtheit als auch die anderer Verkehrsteilnehmer. Grundsätzlich existieren zwei verschiedene Möglichkeiten, wie Du eine angemessene Ladungssicherung erreichst:

  • Formschlüssigkeit: Die Fracht wird möglichst lückenlos angeordnet und mithilfe von Ladungssicherungsnetzen und Gurten fixiert.
  • Kraftschlüssigkeit: Die Ladung wird auf einem rutschfesten Untergrund – zum Beispiel einer Antirutschmatte – positioniert und mit Zurrgurten zusammengepresst.

Allerdings macht es einen Unterschied, in welchem Teil des Fahrzeugs die Ladung untergebracht wird. In diesem Zusammenhang gibt es mit Koffer- und Innenraum sowie dem Dach drei unterschiedliche Kategorien. In jedem Fall ist die maximale Zuladung Deines Wagens nicht zu überschreiten. Bedenke dabei ebenfalls, dass alle zu befördernden Passagiere Auswirkungen auf das Fahrzeuggewicht haben. Bei Verstößen wird auch hier ein Bußgeld fällig.

Informationen zum maximalen Ladegewicht Deines Fahrzeugs findest Du in den Fahrzeugpapieren. Eine höhere Last führt nicht nur unter Umständen zu Schäden am Auto, sondern verlängert darüber hinaus auch den Bremsweg.

Das Beladen des Kofferraums

Wird eine Ladung im Kofferraum transportiert, so kommen schwere Gegenstände grundsätzlich nach unten und leichte nach oben. Da die Rückbank gleichzeitig als schützende Trennwand fungiert, ist diese nach Möglichkeit nicht umzuklappen. Zudem empfiehlt sich eine gleichmäßige Verteilung des Gepäcks. Beachte außerdem, dass sowohl das Warndreieck als auch der Verbandskasten trotz der Ladung stets griffbereit zu sein haben. Bevor Du losfährst, passt Du gegebenenfalls das Autolicht an.

Das Beladen des Innenraums

Der Fußraum des Beifahrers stellt die optimale Position für schwere Objekte dar. In der Nähe der Pedale sind dagegen keine Gegenstände zu platzieren. Dies gilt auch für Kleinteile, welche die Pedale im Worst-Case-Szenario blockieren. Die Anschnallgurte bleiben ebenso frei. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass die Sicht durch die Ladung nicht beeinflusst wird. Auch hier stellst Du das Autolicht bei Bedarf neu ein.

Die Verwendung eines Dachgepäckträgers

Hier ist vor allem darauf zu achten, die Dachlast nicht zu überschreiten. Daten dazu findest Du ebenso wie zur Gesamtlast in den Unterlagen zum Fahrzeug. Ein Dachgepäckträger bietet sich vor allem für lange und sperrige Objekte wie beispielsweise Snowboards an. Wenn Du den zusätzlichen Stauraum nicht mehr benötigst, empfiehlt es sich, den Gepäckträger wieder abzunehmen.

4. Fazit: Eine ordnungsgemäße Ladung mindert das Risiko eines Schadens

Ob Urlaubsreise, Umzug oder Großeinkauf: Es existieren unzählige Möglichkeiten, Dinge mit dem Auto zu transportieren. Dabei ist die mitgeführte Ladung immer entsprechend zu sichern. Eine unsachgemäße Ladungssicherung führt im schlimmsten Fall zu einem Unfall, bei dem auch andere Verkehrsteilnehmer geschädigt werden. Daher ist die Ladung auf eine Art und Weise zu verstauen, bei der sie sich auch in Extremsituation nicht bewegt – wie zum Beispiel bei einer Vollbremsung. Behalte zusätzlich die Abmessungen Deiner Fracht und ebenso die maximale Last Deines Fahrzeugs im Hinterkopf.


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