Vor dem ersten Frost: Wintercheck beim Auto durchführen

Wenn die nasse und rutschige Jahreszeit beginnt, empfiehlt es sich Ihr Auto checken und warten zu lassen. Denn nur ein winterfestes Auto bietet ausreichende Sicherheit.

16.06.2014

Wintercheck

Es geht auf das Ende des Jahres zu und spätestens mit dem ersten Frost müssen Autofahrer ihren Wagen einem gründlichen Wintercheck unterziehen. Winterreifen aufziehen, Türschlossenteiser einpacken und eine besondere Fahrweise sind nur einige Aspekte, die in der kalten Jahreszeit beachtet werden sollten. Salz und Splitt können der Karosserie stark zusetzen, sodass auch die Fahrt durch die Waschanlage in regelmäßigen Abständen erforderlich wird.

Wir haben für Sie in unserem Magazin zusammengefasst, worauf bei der Wintervorbereitung sowohl beim Zubehör als auch bei der Reinigung zu achten ist. Ebenso beantworten wir die Fragen, wie man bei winterlichen Wetterverhältnissen richtig bremst und was zu tun ist, wenn man ins Schlittern gerät. Mit unserer Auto Checkliste zu den idealen Winterutensilien sind Sie auf alle Situationen gut vorbereitet und blicken so der kalten Jahreszeit entspannt entgegen.

1. Der Wintercheck fürs Auto

Der Winter erfordert von jedem Fahrzeugbesitzer eine besondere Verhaltensweise, denn schon vor Fahrtbeginn muss dem Einfrieren des Wasserkreislaufes im Motor vorgebeugt und unter Umständen müssen Scheiben freigekratzt werden. Da sich in dieser Jahreszeit Unfälle häufen, ist eine bewusste und vorsichtige Fahrweise ebenfalls notwendig.

Die richtige Vorbereitung

Bevor das Auto gestartet wird, sind einige Vorbereitungen zu treffen. Da das Wasser im Wischwasserbehälter gefrieren kann, sollte hier der Frostschutzanteil kontrolliert werden. Zu empfehlen ist ein Frostschutzmittel mit Haltbarkeit bis zu -30 Grad Celsius, auch müssen Kühlerflüssigkeit und Motoröl vor Fahrtantritt überprüft werden. Was das Bremssystem betrifft, können im Winter die Bremsflüssigkeit und die Bremsscheiben und -beläge beeinträchtigt sein, sodass auch hier die Kontrolle erforderlich ist.

Checken Sie die Batterie! Im Winter sind gerade ältere Batterien geschwächt, sodass längere Fahrten nötig werden, um diese wieder aufzuladen. Sind die Scheinwerfer und die Scheiben sauber? Salz und Schneematsch setzen diesen oft zu, sodass bei zu starker Verschmutzung die Sicherheit eingeschränkt ist.

  • Frostschutzanteil kontrollieren
  • Bremssystem checken
  • Batterie prüfen
  • Scheinwerfer und Scheiben säubern
  • Winterreifen aufziehen
  • erhöhte Fahrtzeit einplanen
  • regelmäßig lüften
  • Türdichtungen vorbehandeln
  • regelmäßiger Besuch einer Waschanlage

Die Winterreifen, die ab Oktober zum Einsatz kommen sollten, haben den besten Grip bei einer Profiltiefe von 4 Millimetern und einem Alter von unter sechs Jahren. Bedenken Sie ebenfalls, dass es durch erhöhte Unfallgefahr zu Staus kommen kann und dass Sie durch eine vorsichtige Fahrweise mehr Zeit einplanen müssen. Um Korrosion und Schimmelbildung durch das feuchtkalte Wetter vorzubeugen, sind Autobesitzer gut beraten, die ihren Wagen regelmäßig lüften und die Fußmatten außerhalb des Fahrzeugs trocknen lassen. Tür- und Kofferraumdichtungen können zudem mit Fett vorbehandelt werden, sodass die Gummis länger halten und durch den Frost nicht porös werden.

Um den Wertverlust des Fahrzeugs durch Streusalz und Splitt vorzubeugen, empfehlen wir die regelmäßige Fahrt durch die Waschanlage. Hierbei ist zu beachten, dass Portalwaschanlagen bei Minustemperaturen ungeeignet sind, da Schlösser, Türen und Scheibenwischer sonst einfrieren könnten. Auch die Vorwäsche sollte im Programm enthalten sein, damit die gröbsten Verschmutzungen entfernt werden, bevor die Bürsten in Verbindung mit Splitt wie Sandpapier auf den Lack wirken können. Einige Fahrzeugbesitzer schaffen sich extra für die kalte Saison ein Winterauto an, das in der Regel ein alter und robuster Gebrauchtwagen ist.

Wichtiges Zubehör für den Winter

  • Eiskratzer
  • Enteiser
  • Handfeger
  • Türschlossenteiser (nicht im Auto!)
  • Decke
  • Winterketten
  • Starthilfekabel
  • Frostschutzmatten für Scheiben
  • Frostschutzkanister
  • Gummipflegestift

2. Defensive Fahrweise im Winter

Glatte Straßen, unsichere Autofahrer und Unfälle mit Wild – im Winter ist die Unfallgefahr sehr hoch. Eine defensive Fahrweise beugt Zusammenstößen vor. Wie diese genau aussieht, erfahren Sie hier.

Geschwindigkeit: Wenn Sie die Geschwindigkeit den Wetterverhältnissen anpassen, fahren Sie aufmerksamer und haben genügend Zeit, auf unvorbereitete Situationen zu reagieren. Sie nehmen besser wahr, ob das Auto noch ausreichend Haftung hat und können sich an glatten Stellen, wie im lichtarmen Waldgebiet oder auf Brücken, angemessen verhalten.

Bremsen: Das Bremspedal darf auf keinen Fall ruckartig getreten werden, da der Wagen sonst ausbrechen kann. Bedenken Sie, dass der Bremsweg auf winterlichen Fahrbahnen um einiges länger ausfallen kann. Ein Bremstest auf freien Wegen hilft, um ein sicheres Gefühl beim Bremsen zu bekommen.

Lenkung: Ebenso wie beim Bremsen sollten hier ruckartige Bewegungen vermieden werden. Wechseln Sie die Spur, dann planen Sie hierfür mehr Zeit ein. Kurven sollten langsamer als sonst genommen werden, gerade überfrierende Nässe in Wäldern und auf Brücken können sonst zum Verhängnis werden.

Sicherheitsabstand: Normalerweise gilt, dass der Abstand zum vorausfahrenden Auto ein halber Tachowert oder etwa drei Sekunden betragen sollte. Doch da bei besonderen Wetterverhältnissen Fahrer mit einem längeren Bremsweg rechnen müssen, sollte der Abstand großzügiger einkalkuliert werden. Sind Sie mit 50 Kilometern pro Stunde unterwegs, haben Sie auf trockener Fahrbahn einen Bremsweg von 11 Metern, bei Regen sind es schon 20 Meter, bei Schnee 37 Meter und bei Glätte können es bis zu 100 Meter sein. Wird der Sicherheitsabstand nicht ordnungsgemäß eingehalten, kann das laut neuem Bußgeldkatalog (Mai 2014) bis zu 400 Euro Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg und 3 Monate Fahrverbot bedeuten.

Bremsweg bei einer Geschwindkeit von 50km/h

  • Trockene Fahrbahn = 20m Bremsweg
  • verschneite Fahrbahn = 37m Bremsweg
  • glatte Fahrbahn = 100m Bremsweg

Beleuchtung: Wenn Sie trotz Schneefall außerhalb geschlossener Ortschaften nicht mit Abblendlicht fahren, kostet Sie das je nach Grad der Gefährdung bis zu 90 Euro und 1 Punkt in Flensburg (Stand: Mai 2014). Achten Sie darauf, dass die Scheinwerfer schnee- und eisfrei sind. So werden Sie besser gesehen und Unfälle vermieden.

Verhalten: Kommt Ihr Fahrzeug doch ins Schlittern und verlieren Sie die Kontrolle, ist eine rasche, aber sichere Reaktion vonnöten. Nehmen Sie in dieser Situation das Fuß vom Gas, kuppeln Sie aus und halten Sie das Lenkrad gerade. Haben Sie ein Automatikgetriebe, nehmen Sie das Gas sanft zurück.

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