Diesel oder Benziner: Welches Auto lohnt sich wann?

Mit welchem Treibstoff getankt wird, betrifft sowohl die Umwelt als auch den eigenen Geldbeutel. Lesen Sie jetzt, welcher Antrieb sich besser für Ihre Zwecke eignet.

17.06.2014

Diesel Benzin Tankklappe tanken

2013 waren fast 44 Millionen Pkw in Deutschland zugelassen. Etwa 30 Prozent davon waren Dieselfahrzeuge. In den letzten 20 Jahren gab es in der Bundesrepublik kontinuierlich immer mehr davon auf den Straßen. Was auch nicht zuletzt an der robusten Bauweise und dem niedrigen Dieselpreis liegt. Doch warum ist Diesel eigentlich günstiger als Benzin? Auch beim Kauf eines neuen Fahrzeugs oder eines Gebrauchten stellt sich immer wieder die Frage: Welches ist für die entsprechenden Bedürfnisse das Richtige, Diesel oder Benziner?

In unserem Magazin geben wir darüber Aufschluss, welche Vor- und Nachteile beide Kraftstoffarten haben und bei welcher Anwendung sie sich mehr oder weniger eignen. Außerdem erfahren Sie, wo der Unterschied in den Motorenarten liegt und was Sie bei der Kfz-Steuer und Kfz-Versicherung beachten müssen.

1. Vor- und Nachteile von Diesel- und Benzinmotoren

Benzin- und Dieselmotoren unterscheiden sich unter anderem in der Art der Zündung. Ottomotoren haben eine Fremdzündung durch Zündkerzen, Dieselmotoren hingegen besitzen eine Selbstzündung. Der Dieselmotor erfährt aufgrund der zur Zeit hohen Spritpreise für Benzin und des niedrigen Verbrauchs zunehmender Beliebtheit. Heute verbraucht ein Dieselfahrzeug im Vergleich zu einem Benziner ca. 20 Prozent weniger Kraftstoff. Dies liegt in der Beschaffenheit des Diesels. Er besteht aus langkettigen Kohlenstoffverbindungen, die einen höheren Energiegehalt haben als Benzin. In den letzten Jahren hat der Dieselmotor immer wieder technische Weiterentwicklungen erfahren.

Mittlerweile sind die Motoren durch die ständigen Änderungen so ausgereizt, dass eine Weiterentwicklung nur noch bedingt möglich ist. Ein moderner Dieselmotor ist in der Herstellung doppelt so teuer wie ein Benziner. Ein Grund für die höheren Kosten ist unter anderem der Diesel-typisch höhere Druck im Zylinder, weshalb viele Teile deutlich stabiler sein müssen. Ein weiterer Grund sind die hohen Abgasnormen der EU und die Einführung der Umweltzonen in den Städten. Alle Dieselfahrzeuge müssen nun mit modernen Partikelfiltern oder anderen Zusatzsystemen ausgerüstet werden. Deshalb sind Neuwagen mit Dieselmotoren meist auch teurer als Benziner.

Vorteile eines Dieselmotors

  • Geringerer Verbrauch als ein Benziner
  • Niedrigere Spritpreise
  • Großer Drehmoment
  • Vorteile eines Benziners

  • Geringeres Leistungsgewicht
  • Sportliches Fahren durch größeren nutzbaren Drehzahlbereich möglich
  • Geringerer Ausstoß schädlicher Abgase
  • Günstigere Anschaffungskosten
  • Ein Argument, was für einen Dieselmotor spricht, ist der große Drehmoment, besonders in dem meist genutzten unteren Drehzahlbereich. Es muss nicht mehr zurückgeschaltet werden, wenn das Auto im unteren Drehzahlbereich fährt. Ein Benziner hingegen kann mit seiner Sportlichkeit punkten. Diese Fahrzeuge haben einen größeren nutzbaren Drehzahlbereich, der eine sportliche Fahrweise ermöglicht. Wer also darauf mehr Wert legt, für den ist ein Benzinauto die richtige Wahl. Bei Benzinautos ist zudem der Ausstoß schädlicher Abgase geringer.

    Sowohl Benzin als auch Diesel werden aus Rohöl hergestellt. Die längeren Kohlenstoffketten des Diesels enthalten zwar mehr Energie, produzieren dafür aber auch bei der Verbrennung mehr Treibhausgas als Benzin, weshalb der Einbau der teuren Partikelfilter notwendig wird. Ein weiterer Vorteil vom Benziner ist das geringere Leistungsgewicht, welches das Verhältnis des Gewichtes zur Höchstleistung eines Autos beschreibt.

    2. Welches Fahrzeug ist eher für Kurzstrecke und welches für Langstrecken geeignet?

    Für die Entscheidung des richtigen Fahrzeugs ist auch der Anwendungsbereich von Bedeutung, ob das Auto eher auf Kurzstrecken oder Langstrecken zum Einsatz kommt. Viele Dieselfahrzeuge lohnen sich bereits ab einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr. Für Pendler oder Vielfahrer ist ein Dieselfahrzeug eine echte Alternative zum Benziner. Bei der Anschaffung sollte dennoch auf das Modell geachtet werden, denn nicht jeder Diesel ist gleich sparsam. Manche Automodelle rechnen sich erst ab 30.000 Kilometern.

    Da Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfiltern ausgestattet sind und sich diese innerorts schon nach wenigen hundert Kilometern mit Asche und Ruß zusetzen, eignen sie sich weniger als reine Stadtautos. Die Selbstreinigung des Filters beginnt erst ab einer Temperatur von 600 Grad – im Stadtverkehr werden allerdings meist nur etwa 200 Grad erreicht, weshalb es hier zum Leistungsverlust und Defekt kommen kann. Wer ein Dieselfahrzeug hat, sollte also unbedingt häufiger Autobahn fahren.

    Ein Benziner lohnt sich deshalb eher für den Straßenverkehr, doch auch hier gibt es einiges zu beachten. So spielt das Modell eine wichtige Rolle. Ein Kleinwagen verbraucht in der Stadt um einiges weniger als ein Kombi oder ein SUV. Allerdings sind permanente Kurzstrecken für kein Fahrzeug auf Dauer gut. Der Auspuff eines Kurzstreckenfahrzeugs rostet zum Beispiel schneller als der eines Autos, das ab und zu lange Strecken fährt. Hier setzt sich das Kondenswasser aus dem Motor ab, welches nicht verdampfen kann, da die Temperatur nicht hoch genug ist.

    3. Kfz-Steuer und Versicherungsprämien

    Durch den stärkeren CO2-Ausstoß werden Dieselfahrzeuge gegenüber Benzinern stärker versteuert. Die Kfz-Steuer orientiert sich zum einen am Hubraum des Fahrzeugs: Bei Benzinern müssen Besitzer 2 Euro je angefangene 100 ccm² zahlen, bei Dieseln werden 9,50 Euro fällig. Zum anderen orientiert sich die Höhe der Steuerabgabe am Datum der Erstzulassung und der Schadstoffklasse. Hat ein Benziner das selbe Zulassungsdatum und die selbe Schadstoffklasse wie ein Diesel, wird dieser stets höher besteuert als das mit Benzin betriebene Fahrzeug. Durch das Nachrüsten eines Rußpartikelfilters haben Dieselfahrer die Möglichkeit, die jährliche Kfz-Steuer zu senken.

    Die Höhe der Autoversicherung richtet sich unter anderem nach dem Fahrzeugtyp. Dieselfahrzeuge sind in der Versicherung meist etwas teurer, da sie aufgrund der Langstreckennutzung mehr Kilometer im Jahr fahren und daher ein erhöhtes Unfallrisiko haben. Sie werden in der Versicherung höher eingestuft als Benzinfahrzeuge. Ob Diesel oder Benziner besser ist, hängt alleine von den Bedürfnissen und Vorlieben des Autofahrers und dem Anwendungsbereich ab. Bei den Gesamtkosten gibt es keinen eindeutigen Unterschied. Solange der Diesel noch subventioniert wird, rechnen sich die Dieselfahrzeuge bei langen Fahrten.

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