Diesel oder Benziner: Welches Auto lohnt sich wann?

Mit welchem Treibstoff getankt wird, betrifft sowohl die Umwelt als auch Deinen Geldbeutel. Lies jetzt, welcher Antrieb sich besser für Deine Zwecke eignet.

17.06.2014

Diesel Benzin Tankklappe tanken
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Im Jahr 2018 waren etwa 46,5 Millionen PKW in Deutschland zugelassen. Circa 33 Prozent davon waren Dieselfahrzeuge. In den letzten 20 Jahren gab es in der Bundesrepublik kontinuierlich immer mehr davon auf den Straßen. Was auch nicht zuletzt an der robusten Bauweise und dem niedrigen Dieselpreis liegt. Doch warum ist Diesel eigentlich günstiger als Benzin? Auch beim Kauf eines neuen Fahrzeugs oder eines Gebrauchten stellt sich immer wieder die Frage: Welches ist für die entsprechenden Bedürfnisse das Richtige, Diesel oder Benziner?

In unserem Magazin geben wir darüber Aufschluss, welche Vor- und Nachteile Diesel oder Benziner haben und bei welcher Anwendung sie sich mehr oder weniger eignen. Außerdem erfährst Du, wo zwischen Benzin und Diesel der Unterschied liegt und was bei der KFZ-Steuer sowie der KFZ-Versicherung zu beachten ist.

1. Vor- und Nachteile von Diesel- und Benzinmotoren

Grafik eines Ottomotors

Benzin- und Dieselmotoren unterscheiden sich unter anderem in der Art der Zündung. Ottomotoren haben eine Fremdzündung durch Zündkerzen, Dieselmotoren hingegen besitzen eine Selbstzündung. Der Dieselmotor erfährt aufgrund der zur Zeit hohen Spritpreise für Benzin und des niedrigen Verbrauchs zunehmende Beliebtheit.

Heute verbraucht ein Dieselfahrzeug im Vergleich zu einem Benziner circa 20 Prozent weniger Kraftstoff. Dies liegt in der Beschaffenheit des Diesels. Er besteht aus langkettigen Kohlenstoffverbindungen, die einen höheren Energiegehalt haben als Benzin. In den letzten Jahren hat der Dieselmotor immer wieder technische Weiterentwicklungen erfahren.

Mittlerweile sind die Motoren durch die ständigen Änderungen so optimiert, dass eine Weiterentwicklung nur noch bedingt möglich ist. Ein moderner Dieselmotor ist in der Herstellung doppelt so teuer wie ein Benziner. Ein Grund für die höheren Kosten ist unter anderem der Diesel-typisch höhere Druck im Zylinder, weshalb viele Teile deutlich stabiler sind. Ein weiterer Grund sind die hohen Abgasnormen der EU und die Einführung der Umweltzonen in den Städten.

Alle Dieselfahrzeuge werden nun mit modernen Partikelfiltern oder anderen Zusatzsystemen ausgerüstet. Deshalb sind Neuwagen mit Dieselmotoren meist auch teurer als Benziner.

Vorteile eines Dieselmotors

  • Geringerer Verbrauch als ein Benziner
  • Niedrigere Spritpreise
  • Großes Drehmoment
  • Vorteile eines Benziners

  • Geringeres Leistungsgewicht
  • Sportliches Fahren durch größeren nutzbaren Drehzahlbereich möglich
  • Geringerer Ausstoß schädlicher Abgase
  • Günstigere Anschaffungskosten
  • Tankdeckel mit Aufschrift Diesel

    Ein Argument, welches für einen Dieselmotor spricht, ist das große Drehmoment, besonders in dem meist genutzten unteren Drehzahlbereich. Es muss nicht mehr zurückgeschaltet werden, wenn das Auto im unteren Drehzahlbereich fährt. Allerdings ist es auch für einen Diesel-Motor schädlich, untertourig gefahren zu werden.

    Ein Benziner hingegen punktet mit seiner Sportlichkeit. Diese Fahrzeuge haben einen größeren nutzbaren Drehzahlbereich, der eine sportliche Fahrweise ermöglicht. Wer also darauf mehr Wert legt, für den ist ein Benzinauto die richtige Wahl. Bei Benzinautos ist zudem der Ausstoß schädlicher Abgase geringer. Es hängt von Deinen Vorlieben ab, ob Du einen Diesel oder Benziner kaufst.

    Sowohl Benzin als auch Diesel werden aus Rohöl hergestellt. Die längeren Kohlenstoffketten des Diesels enthalten zwar mehr Energie, produzieren dafür aber auch bei der Verbrennung mehr Treibhausgas als Benzin, weshalb der Einbau der teuren Partikelfilter notwendig wird. Ein weiterer Vorteil vom Benziner ist das geringere Leistungsgewicht, welches das Verhältnis des Gewichtes zur Höchstleistung eines Autos beschreibt.

    2. Welches Fahrzeug ist eher für Kurzstrecke und welches für Langstrecken geeignet?

    Pärchen im Cabrio auf der Landstraße

    Für die Entscheidung des richtigen Fahrzeugs ist auch der Anwendungsbereich von Bedeutung. Dazu gehört auch, ob das Auto eher auf Kurzstrecken oder Langstrecken zum Einsatz kommt. Viele Dieselfahrzeuge lohnen sich bereits ab einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr. Für Pendler oder Vielfahrer ist ein Dieselfahrzeug eine echte Alternative zum Benziner. Bei der Anschaffung sollte dennoch auf das Modell geachtet werden, denn nicht jeder Diesel ist gleich sparsam. Manche Automodelle rechnen sich erst ab 30.000 Kilometern.

    Da Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfiltern ausgestattet sind und sich diese innerorts schon nach wenigen hundert Kilometern mit Asche und Ruß zusetzen, eignen sie sich weniger als reine Stadtautos. Die Selbstreinigung des Filters beginnt erst ab einer Temperatur von 600 Grad – im Stadtverkehr werden allerdings meist nur etwa 200 Grad erreicht, weshalb es hier durchaus zum Leistungsverlust und Defekt kommt. Wer ein Dieselfahrzeug hat, sollte also unbedingt häufiger Autobahn fahren.

    Autos im Stadtverkehr

    Ein Benziner lohnt sich deshalb eher für den Straßenverkehr, doch auch hier gibt es einiges zu beachten. So spielt das Modell eine wichtige Rolle. Ein Kleinwagen verbraucht in der Stadt um einiges weniger als ein Kombi oder ein SUV. Allerdings sind permanente Kurzstrecken für kein Fahrzeug auf Dauer gut. Der Auspuff eines Kurzstreckenfahrzeugs rostet zum Beispiel schneller als der eines Autos, das ab und zu lange Strecken fährt. Hier setzt sich das Kondenswasser aus dem Motor ab, welches nicht verdampft, da die Temperatur nicht hoch genug ist.

    3. KFZ-Steuer und Versicherungsprämien

    Mann zeigt auf den Schriftzug Steuern

    Durch den stärkeren CO2-Ausstoß werden Dieselfahrzeuge gegenüber Benzinern stärker versteuert. Die KFZ-Steuer orientiert sich zum einen am Hubraum des Fahrzeugs: Bei Benzinern zahlen Besitzer 2 Euro je angefangene 100 ccm², bei Dieseln werden 9,50 Euro fällig. Zum anderen orientiert sich die Höhe der Steuerabgabe am Datum der Erstzulassung und der Schadstoffklasse. Hat ein Benziner dasselbe Zulassungsdatum und dieselbe Schadstoffklasse wie ein Diesel, wird letzterer stets höher besteuert als das mit Benzin betriebene Fahrzeug.

    Durch das Nachrüsten eines Rußpartikelfilters haben Dieselfahrer die Möglichkeit, die jährliche KFZ-Steuer zu senken.

    Die Höhe der Autoversicherung richtet sich unter anderem nach dem Fahrzeugtyp. Dieselfahrzeuge sind in der Versicherung meist etwas teurer, da sie aufgrund der Langstreckennutzung mehr Kilometer im Jahr fahren und daher ein erhöhtes Unfallrisiko haben. Sie werden in der Versicherung höher eingestuft als Benzinfahrzeuge. Ob Diesel oder Benziner besser ist, hängt alleine von den Bedürfnissen und Vorlieben des Autofahrers und dem Anwendungsbereich ab. Bei den Gesamtkosten gibt es keinen eindeutigen Unterschied.

    *Dieser Artikel wurde am 07.02.2019 aktualisiert.