Alles Wissenswerte zu Saisonkennzeichen fürs Auto

Saisonkennzeichen sind in verschiedenen Varianten und für diverse Fahrzeugtypen erhältlich. Zwar ist der Nutzungszeitraum beschränkt, ein Saisonkennzeichen bietet aber Vorteile.

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Gerade im Sommer begegnen Dir auf deutschen Straßen immer wieder Autos mit saisonalen Kennzeichen. Auf den ersten Blick unterscheiden sich diese Nummernschilder kaum. Sie haben allerdings eine zusätzliche Zahlenkombination am rechten Rand, die wie ein Bruch aussieht.

Dabei handelt es sich um den Geltungszeitraum, in dem das KFZ zugelassen ist. Diese zeitlich begrenzte Zulassung lohnt sich vor allem für PKW wie Oldtimer oder Wohnmobile, die nur im Sommer gefahren werden und spart Fahrzeughaltern Geld und Verwaltungsaufwand.

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1. Was ist ein Saisonkennzeichen?

Saisonkennzeichen

Saisonale Kennzeichen gibt es in Deutschland bereits seit 1997. Für Fahrzeuge, die nicht ganzjährig bewegt werden, stellen sie eine praktische und preiswerte Alternative zu den üblichen Kennzeichen dar. Darunter fallen alle nicht winterfesten PKW wie Cabrio, Youngtimer oder Oldtimer. Saisonkennzeichen sind für Wohnmobile, Anhänger und Motorräder ebenfalls interessant.

Die zeitlich begrenzten Kennzeichen bieten gleich mehrere Vorteile: Anstatt Dein KFZ jeden Herbst stillzulegen und im Frühling wieder anzumelden, führt Dein Weg nur einmal zur Zulassungsbehörde. Außerhalb der Saison befindet sich Dein Fahrzeug in der sogenannten Ruhephase, in der Du weder KFZ-Steuern noch Versicherungsprämien zahlst.

Seit Oktober 2017 lassen sich nach § 9, Absatz 3 (FVZ) Oldtimer- und Saisonkennzeichen miteinander kombinieren. Die neuen saisonalen H-Nummernschilder sind mit einem Geltungszeitraum versehen. Dadurch profitieren auch Fahrzeughalter von Oldtimern von den Vorteilen eines Saisonkennzeichens.

2. Wie erhalte ich ein Saisonkennzeichen?

Um ein Saisonkennzeichen anzumelden, vereinbarst Du einen Termin bei Deiner örtlichen Zulassungsbehörde. Mit einer schriftlichen Vollmacht hat auch eine Vertrauensperson die Möglichkeit, die Anmeldung an Deiner Stelle vorzunehmen. Folgendes wird benötigt:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung
  • Zulassungsbescheinigung Teil I + II (Fahrzeugschein und -brief)
  • Versicherungsbestätigung mit eVB-Nummer
  • gültiger Prüfbericht über die Hauptuntersuchung
  • bisherige Kennzeichen
  • SEPA-Lastschriftmandat für die KFZ-Steuer

Hast Du ein Wunschkennzeichen reserviert, zeige auch die Reservierungsbestätigung vor. Bei der erstmaligen Zulassung eines Neuwagens benötigt die Behörde außerdem das Certificate of Conformity (CoC), auch bekannt als EG-Übereinstimmungsbescheinigung.

CoC-Papiere enthalten wichtige Merkmale und technische Details des KFZ. Sie sind vor allem für Importwagen relevant und bestätigen, dass das Fahrzeug eine Typengenehmigung besitzt und gesetzlich vorgeschriebene EU-Standards erfüllt. Hersteller sind verpflichtet, diese Papiere jedem Neuwagen beizulegen.

3. Gültigkeit eines Saisonkennzeichens

Saisonkennzeichen Gültigkeitsdauer

Ein saisonales Kennzeichen gilt innerhalb eines von Dir festgelegten Zulassungszeitraums. Dieser beträgt zwei bis elf Monate und wird bei der Anmeldung in die Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen. Auf dem Kennzeichen befindet sich eine Markierung in Form von zwei Monatszahlen, die durch einen Querstrich getrennt sind. Die obere Zahl kennzeichnet den Beginn, die untere das Ende des Geltungszeitraums. Die Gültigkeit erneuert sich jedes Jahr automatisch. Es ist zulässig, dass zwischen den beiden Monaten ein Jahreswechsel liegt.

Es gilt immer der gesamte Monat. Daher ist eine Anmeldung von Monatsmitte bis Monatsmitte nicht erlaubt. Eine Unterbrechung ist ebenfalls nicht gestattet. Ob sonniger Herbst oder verregneter Sommer: Es ist nicht möglich, Saisonkennzeichen einmalig zu verlängern oder zu verkürzen. Alle Änderungen gelten unbefristet. Um den Zeitraum Deines Saisonkennzeichens zu ändern, benötigst Du neue Kennzeichenschilder sowie eine geänderte Zulassungsbescheinigung Teil I. Kontaktiere außerdem Deine KFZ-Versicherung, um Deine Versicherungsbescheinigung zu aktualisieren.

Fahrten außerhalb des Zulassungszeitraums

Ein Auto mit Saisonkennzeichen besitzt nur innerhalb des Betriebszeitraums eine Straßenzulassung. Außerhalb der Saison ist es grundsätzlich verboten, mit dem KFZ zu fahren oder auf öffentlichem Grund zu parken. Verstöße werden mit Bußgeldern oder Haftstrafen geahndet. Als Fahrzeughalter haftest Du auch dann, wenn Du nicht selbst gefahren bist.

Nach § 23, Absatz 4 (StVZO) sind außerhalb der Saison ausschließlich direkte Fahrten zum TÜV und zurück gestattet, solange Dein Auto versichert ist. Liegt Deine nächste TÜV-Hauptuntersuchung außerhalb des Zulassungszeitraums ist es erlaubt, bis Saisonbeginn damit zu warten. Danach gelten die üblichen Fristen.

4. Wissenswertes zur KFZ-Versicherung

In vielen Fällen sparst Du bei der KFZ-Versicherung, wenn Du ein saisonales Kennzeichen nutzt. Dabei wird Deine Versicherungspolice an den Zulassungszeitraum angepasst. Versicherungsbeiträge zahlst Du nur innerhalb der Saison. Außerhalb des Betriebszeitraums gilt eine kostenlose Ruheversicherung. Das Fahren ohne gültige Versicherung ist laut Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) strafbar. Die meisten Versicherer rechnen Deine unfallfreie Zeit während des Geltungszeitraums auf Deine Schadenfreiheitsklasse an.

§ 6, Absatz 1 (PflVG): „Wer ein Fahrzeug auf öffentlichen Wegen oder Plätzen gebraucht oder den Gebrauch gestattet, obwohl für das Fahrzeug der nach § 1 erforderliche Haftpflichtversicherungsvertrag nicht oder nicht mehr besteht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

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